Schwarm bei Finanzierungen immer mehr gefragt

02. Juli 2021 11:53

Zug - Nicht profitorientierte Formen der Schwarmfinanzierung haben während der Pandemie kräftig zugelegt. Hingegen wurden über diese Form der Online-Finanzierung deutlich weniger KMU- und Konsumkredite vergeben als im Vorjahr. Das zeigt der Crowdfunding-Monitor 2021 der Hochschule Luzern.

Die Corona-Krise hat eine Welle von Unterstützungsinitiativen auf Plattformen für Schwarmfinanzierungen ausgelöst. Damit erreichte das Volumen im Crowdfunding-Markt 2020 ein weiteres Mal einen Rekordwert. Hingegen wurden über Internetplattformen weniger KMU- und Konsumkredite vergeben als im Vorjahr. Insgesamt haben sich Schätzungen zufolge rund 270'000 Schweizerinnen und Schweizer an entsprechenden Projekten beteiligt. Das zeigt der Crowdfunding-Monitor 2021 des in Zug ansässigen Instituts für Finanzdienstleistungen der Hochschule Luzern.

Vor allem beim Crowdsupporting und Crowddonating, wo von Seiten der Empfänger nur kleine oder keinerlei Gegenleistungen gegeben werden, seien die Effekte der COVID-19-Pandemie „sehr positiv“ gewesen, heisst es in einer Medienmitteilung: Das Volumen stieg um 82 Prozent, von 24,6 Millionen Franken im Jahr 2019 auf 44,6 Millionen. Damit wurden meist kreative, karitative, kulturelle oder auch sportliche Kampagnen unterstützt. Während der Lockdowns waren zusätzlich zu den etablierten Plattformen etwa 40 temporäre entstanden, die häufig Gutscheine zum späteren Einlösen verkauften.

Hingegen wurde die „hohe Wachstumsdynamik“ im Crowdlending durch die Pandemie gestoppt. Das Marktvolumen für diese Art der Vermittlung von Krediten an Unternehmen oder Private gegen Zinszahlungen stieg 2020 gegenüber dem Vorjahr nur noch um 7,1 Prozent auf 448 Millionen Franken. Gleichzeitig sank aber das Volumen von 60,1 auf 95,9 Millionen Franken. Die Studienautoren führen als Grund dafür das COVID-19-Kreditprogramm des Bundes an, von dem zahlreiche KMU Gebrauch machten.

Das Crowdinvesting verzeichnete einen Einbruch um 26 Prozent auf 114 Millionen Franken. Dabei werden Investitionen von Eigen- oder Fremdkapital in meist junge Unternehmen oder Immobilien eingesammelt. Dafür erhalten Geldgeberinnen und -geber eine Gewinnbeteiligung. Für das kommende Jahr erwarten die Studienautoren ein weiteres Wachstum des Schweizer Crowdfunding-Markts. Sie rechnen mit einem Volumen zwischen 650 und 950 Millionen Franken. mm

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