Schoeller ist Partner des FuturEnzyme Projekts

11. August 2021 12:09

Sevelen SG - Die Schoeller Textil AG nimmt am europäischen Projekt FuturEnzyme als Partner teil. Ziel des Zusammenschlusses von 16 Universitäten und Industriebetrieben ist die Reduzierung von umweltbelastender Chemie. Sie soll durch Enzyme ersetzt werden.

Die weltweit tätige Schoeller Textil AG mit Hauptsitz in der St.GallenBodenseeArea ist laut Medienmitteilung dem Zukunftsprojekt FuturEnzyme als Partnerin beigetreten. Das seit Anfang Juni laufende Projekt hat zum Ziel, chemische Stoffe durch mikrobielle Enzyme zu ersetzen, die bei der Herstellung von Verbrauchsartikeln eingesetzt werden können. Der Zusatz von Enzymen zu Waschmitteln sowie bei der Verarbeitung von Textilien und Kosmetika kann die CO2-Emissionen um 42 Millionen Tonnen pro Jahr verringern, heisst es in einer Mitteilung der spanischen Forschungseinrichtung Consejo Superior de Investigaciones Científicas (CSIC) in Madrid. Professor Manuel Ferrer vom CSIC ist Koordinator des europäischen Projektes, an dem 16 Partner von Universitäten bis Industrieunternehmen aus Spanien, Schweiz, Österreich, Italien, Portugal, Grossbritannien und Deutschland beteiligt sind.

Die Schoeller Textil AG hat sich in ihrer Firmenphilosophie dem Umweltschutz verschrieben. Auf der Internetseite des Unternehmens heisst es dazu: „Wir möchten den nächsten Generationen eine saubere und gesunde Umwelt hinterlassen.“ So würden zum Beispiel bei der Schoeller Textil AG im Färbe- und Veredelungsprozess erzeugte  Abwässer im Produktionsprozess so wenig durch Chemikalien oder Feststoffe belastet, dass sie dem normalen Abwasserverband zugeführt werden können.

Für weniger Chemikalien in solchen Prozessen soll das mit rund 6 Millionen Euro aus dem europäischen Forschungsprogramm Horizont 2020 geförderte neue Projekt dienen. Waschmittel, Textilien und Kosmetika seien zwar Artikel des täglichen Bedarfs, würden aber aufgrund der komplexen chemischen Formeln meist die Umwelt schädigen, heisst es in der Mitteilung des CSIC. Um Abhilfe zu schaffen, sollen chemische Produkte durch Enzyme ersetzt werden. Die schon vorhandenen Enzyme seien nicht ausreichend, um einen grundlegenden Wandel herbeizuführen, wird Projektleiter Ferrer zitiert. Es bedürfe einer neuen Generation, die jetzt entwickelt werden soll.

Ferrer weiter: „Es geht nicht darum, neue Produkte zu entwerfen.“ Die würden Jahre bis zur Markteinführung brauchen. Stattdessen sollten die schon vorhandenen Produkte „verbessert werden, um sie ökologischer, funktioneller und nachhaltiger zu machen, in dem man Enzyme im Produktionsprozess verwendet“. gba 

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