Schnellere Energiewende ist besser für die Wirtschaft

27. September 2021 11:40

Zürich/Winterthur - Eine schnellere Energiewende als vom Bund bislang vorgesehen ist nicht nur gut fürs Klima. Einer neuen Studie der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften zufolge würde auch die Volkswirtschaft kräftig davon profitieren, die Klimaziele bereits im Jahr 2035 anstatt erst 2050 zu erreichen.

Ein Erreichen der Klimaziele bis 2035 birgt ein 80 Prozent höheres Wertschöpfungspotenzial für die Volkswirtschaft als ein Vollziehen der Energiewende 15 Jahre später. Zu diesem Schluss kommt eine neue Studie der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW), die im Auftrag der Schweizerischen Energie-Stiftung (SES) entstanden ist. Darin hatten Forschende den volkswirtschaftlichen Nutzen des Ausbaus der erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz in der Schweiz als zentrale Massnahmen für das Erreichen der Klimaziele in zwei Szenarien verglichen, heisst es in einer Medienmitteilung.

Im ersten Szenario gingen sie von einer Absenkung der Treibhausgasemissionen auf netto null bis 2050 aus, wie es der Bund aktuell plant. Im zweiten Szenario analysierten sie einen beschleunigten Ausbau erneuerbarer Energien zur Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad bis 2035. Die Forschenden kommen zu dem Ergebnis: „Das Wertschöpfungspotential des raschen Handelns ist um mehr als 80 Prozent höher als im zögerlicheren Szenario des Bundes“, heisst es in der Medienmitteilung.

In Franken ausgedrückt lege die inländische Wertschöpfung demnach bis 2035 bei 144,9 Milliarden. Sie würde insbesondere bei Gebäudesanierungen und dem Bau erneuerbarer Heizsysteme sowie Photovoltaik-, Windstrom- und solarthermischer Anlagen geschaffen. Auf die gesamte Lebenszeit der Anlagen betrachtet belaufe sich der Wertzuwachs sogar auf 187,1 Milliarden Franken. Zudem könne ein schnellerer Ausbau bis zu 87‘000 neue Arbeitsplätze schaffen, folgern die Forschenden.

„Speziell im Gebäudebereich fällt viel Arbeit an, die lokale Wertschöpfung schafft“, wird Studienautorin Léonore Hälg von der ZHAW in der Medienmitteilung zitiert. Immerhin würde ein Grossteil der verwendeten Materialen wie Dämmstoffe, Fenster und solarthermische Module in der Schweiz hergestellt. ko

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