Schneider-Ammann hofft auf die Vernunft

Die Schweiz sucht im Rahmen der Welthandelsorganisation (WTO) das Gespräch mit den USA über deren neue Strafzölle auf Stahl und Aluminium. „Dieser Schritt ist nötig, weil wir nicht wollen, dass wir im Wettbewerb kürzere Spiesse haben“, sagt Bundesrat Johann Schneider-Ammann in einem Interview mit dem „Tages-Anzeiger“. Damit habe Bern bewusst einen „vorsichtigen Weg eingeschlagen“. Alle Marktteilnehmer sollten wieder die gleichen Bedingungen haben. „Wirklich lösen wird sich die Situation erst, wenn in den USA und anschliessend in China wieder Vernunft einkehrt und die beiden Staaten ihre protektionistischen Massnahmen fallen lassen.“

Das Vorgehen in der WTO sei nicht direkt mit den anderen grossen Handelspartnern abgesprochen, aber er sei im Kontakt mit seinen Kollegen. Auch bei seiner Reise nach China im September werde er das Thema ansprechen, wenn es dann noch aktuell sei.

Schneider-Ammann hat aber auch „einen gewissen Respekt“ für US-Präsident Donald Trump. Er habe es auf sich genommen, das Handelsbilanzdefizit seines Landes auszugleichen. Aber: „Für uns gibt es nur dann einen echten Wettbewerb, wenn die einseitigen, selektiven und damit ungerechten Massnahmen wieder verschwunden sind.“ stk