SBB nimmt Probebetrieb im Ceneri-Basistunnel auf

17. August 2020 12:58

Bern - Das Bundesamt für Verkehr hat den Probebetrieb im Ceneri-Basistunnel bewilligt. Ab September bis zur offiziellen Inbetriebnahme im Dezember führt die SBB mit kommerziellen Güter- und Personenzügen diesen Probebetrieb durch.

Mit dem Ceneri-Basistunnel entsteht eine neue Verbindung zwischen dem nördlichen und dem südlichen Teil des Kantons Tessin. Er hat eine Länge von 15,4 Kilometern und führt von Camorino bei Bellinzona nach Vezia bei Lugano. Der fertige Tunnel wird Anfang September von der ausführenden Baufirma AlpTransit Gotthard AG (ATG) an die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) übergeben. Er ist nach dem Gotthard- und dem Lötschberg-Basistunnel der drittgrösste Tunnel der Schweiz. 

Wie der Gotthard-Basistunnel besteht der Ceneri-Basistunnel nach Mitteilung der ATG aus zwei Einspurröhren, die rund 40 Meter auseinanderliegen und alle 325 Meter durch Querschläge miteinander verbunden sind. Aufgrund seiner Länge seien keine Spurwechsel oder Multifunktionsstellen nötig, erklärt die Erstellerfirma. ATG hat vor der Übergabe den Tunnel und alle Einrichtungen geprüft, wobei der Prüfbetrieb wegen der Corona-Krise zeitweise unterbrochen werden musste. Am 30. April fuhr ein Testzug vom Typ ICE-S mit 275 Stundenkilometern durch den Tunnel. Die Felshöhe über dem Tunnel, der auf rund 550 Metern über Meer verläuft, beträgt stellenweise bis zu 800 Metern.

Der vom Bundesamt für Verkehr (BAV) bewilligte Probebetrieb der SBB soll laut Medienmitteilung bis zum regulären Fahrplanwechsel am 13. Dezember dauern. Dann sollen auch zusätzliche Nord-Süd-Verbindungen eingerichtet werden. Für den Kanton Tessin bringt der neue Tunnel auch die Möglichkeit für ein S-Bahn-Netz. So wird mit der auf Antrag des Kantons eingerichteten „Bretella Locarno – Lugano“ eine Direktverbindung zwischen Lugano und Locarno geschaffen. Die bisherige Fahrzeit von knapp einer Stunde reduziert sich damit auf die Hälfte. gba

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