Roche-Präsident fordert Rahmenabkommen

30. April 2018 14:57

Basel - Ohne ein Rahmenabkommen zwischen Schweiz und der EU würde Roche Standorte in der EU auf Kosten von Schweizer Standorten ausbauen, erläutert Roche-Präsident Christoph Franz im Interview. Umsatzverluste durch auslaufende Patente sollen mit neuen Medikamente kompensiert werden.

„Ich glaube, dass wir in fünf bis zehn Jahren einige Arten Krebs so gut behandeln können, dass sie zu chronischen Krankheiten gemacht werden, wie dies bei HIV bereits gelungen ist“, prognostiziert Christopf Franz im Interview mit der „SonntagsZeitung“. Roche arbeitet dafür unter anderem an Ansätzen, bei denen Immuntherapien mit klassischen Chemotherapien kombiniert werden.

Als „reine Onkologie-Firma“ will der Roche-Präsident sein Unternehmen jedoch nicht verstanden wissen. Drohende Verluste durch den Auslauf des Patentschutzes bei den Krebsbestsellern sollen auch durch andere Heilmittel wie Ocrevus gegen multiple Sklerose und Helimbra gegen Bluterkrankheit kompensiert werden. 

Ganz wichtig ist Franz das Zustandekommen eines Rahmenabkommens zwischen der Schweiz und der EU. Sonst werde zwar der Hauptsitz von Roche in Basel verbleiben, das Unternehmen würde jedoch „andere Standorte zulasten der Schweiz ausbauen“, erläutert der Pharmachef. 

„Wenn die bilateralen Abkommen zwischen der Schweiz und der EU fallen, könnten wir nicht mehr Toptalente rekrutieren, um Spitzenprodukte zu entwickeln“, erklärt Franz die Hintergründe. Die Forschung müsste damit an Standorte in der EU verlegt werden. Doch nicht nur Roche würde ein Ende der Bilateralen „sicher einen dreistelligen Millionenbetrag kosten“, prophezeit der Roche-Präsident.  „Den Zugang zum EU-Markt zu erschweren, wäre für die gesamte Schweizer Wirtschaft fatal.“ hs 

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