Roboter macht neue Operationen möglich

12. August 2021 13:32

Zürich - Ein Team des Universitätsspitals Zürich hat bei einer der weltweit ersten mikrochirurgischen Operationen einen Roboter eingesetzt. Mit dessen Hilfe können Operationen durchgeführt werden, die bisher nicht möglich waren. Ausserdem macht er das Operieren ergonomischer und bequemer.

Das Team um Nicole Lindenblatt vom Universitätsspital Zürich (USZ) hat erstmals bei einer mikrochirurgischen Operation mit dem Symani-Roboter gearbeitet. Der Eingriff bei einer Patientin mit einem chronischen Lymphödem verlief laut einer Mitteilung erfolgreich. Die Frau konnte bereits nach wenigen Tagen entlassen werden.

Bei der fünfstündigen Operation wurden am Bein feinste Verbindungen zwischen Lymphgefässen und Venen geschaffen. Zudem wurde Lymphgewebe durch Anschluss an feine Gefässe transplantiert. Der Roboter wird gänzlich von der Chirurgin gesteuert. Sie sitzt auf einem Stuhl und hält zwei Pinzetten in der Hand. Ihre Handbewegungen werden auf Mikroinstrumente übertragen. Laut Angaben des italienischen Herstellers Medical Microinstruments sind dies die weltweit kleinsten chirurgischen Instrumente, die über das Handgelenk gesteuert werden. Auf einem Bildschirm wird mittels einer Kamera das Operationsgebiet bis zu 30-mal vergrössert. Die Operateure tragen zusätzlich eine 3D-Brille und können das Bild dreidimensional sehen.

Der Symani-Roboter war am 13. Juli am USZ angeliefert worden. In der Folge habe das Team im sogenannten Skills Lab des USZ damit geübt. „Von Hand operieren wir grundsätzlich genau gleich gut“, erklärt Lindenblatt. „Mit dem Roboter können wir aber in tiefere Lagen vordringen und noch feinere Gefässe operieren.“ Zu Beginn habe sie sich daran gewöhnen müssen, wieviel Kraft sie auf die Instrument ausüben soll. „Nach wenigen Tagen war es problemlos möglich, die Gefässe präzis zu nähen.“

Der Roboter war bisher weltweit erst dreimal im Einsatz: Am USZ, im Uniklinikum Salzburg und in der Azienda Ospedaliero-Universitaria Careggi in Florenz. Am USZ werden jährlich 200 bis 250 mikrochirurgische Operationen durchgeführt, etwa bei Rekonstruktionen an Brust und Kopf, am Hals und den Extremitäten sowie am Lymphsystem. Nach Angaben des Spitals werden alle diese Patientinnen und Patienten vom Operationsroboter profitieren können. mm

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