Rieslingapfel kehrt in Hohenheimer Gärten zurück

24. November 2023 14:47

Stuttgart - Hobby-Pomologen haben ein Exemplar des Hohenheimer Rieslingapfels entdeckt. Ein Projekt der Universität Hohenheim und der Stadt Stuttgart soll den verschollen geglaubten Weinapfel retten. Alte Obstsorten sind besonders resistent und tragen zur genetischen Vielfalt bei.

Universität Hohenheim und die Stadt Stuttgart haben in den Hohenheimer Gärten zwei Exemplare des Hohenheimer Rieslingapfels angepflanzt. Hoby-Pomologen hatten einen absterbenden Baum der verschollen geglaubten Obstsorte auf einer Streuobstwiese in Altbach entdeckt, informiert die Universität Hohenheim in einer Mitteilung. Der ursprünglich 1870 im Stuttgarter Quartier Hohenheim als Weinapfel gezüchtete Obstbaum soll nun über Veredelungen wieder in der Region heimisch gemacht werden.

Seinen Namen hat der kleine und saure Apfel von seiner Eignung zur Vergärung. In den „Pomologischen Monatsheften" von 1880 wird der Wein aus dem Rieslingapfel als „in Farbe, Geschmack und Feuer an den aus den Rieslingtrauben gewonnenen Traubenwein“ erinnernd beschrieben, heisst es in der Mitteilung. „Die Sorte galt als verschollen, und dass sie heute wieder zu uns ins Landesarboretum zurückkehrt, freut uns sehr“, wird Robert Gliniars, Kustos der Hohenheimer Gärten, dort zitiert.

Neben der Bewahrung von Kulturgütern dient die Rettung alter Obstsorten auch dem Erhalt der Biodiversität. „Die alten Sorten bergen ein genetisches Potenzial, das uns nicht verloren gehen sollte“, erklärt Gliniars. Zudem zeichnen sich alte Sorten oft durch eine geringere Anfälligkeit gegen Krankheiten aus. Die Erbanlagen des Hohenheimer Rieslingapfels könnten daher auch „in der Züchtung interessant werden, um neue Sorten resistenter zu machen“, meint Gliniars. ce/hs

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