Reibungslose Zusammenarbeit schlägt Kosteneffizienz

31. Oktober 2019 12:09

Winterthur - Schweizer IT-Unternehmen begegnen dem Fachkräftemangel unter anderem mit der Verlagerung von Geschäftsprozessen ins Ausland. Reibungslose Abläufe und die regionale Verfügbarkeit von Fachkräften werden dabei für wichtiger erachtet als niedrige Lohnkosten.

Schweizer IT-Unternehmen setzen zur Bekämpfung des in ihrer Branche stark ausgeprägten Fachkräftemangels auf das sogenannte Nearshoring, erläutert die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) in einer Mitteilung. Für diese auf geographisch nahe liegende Standorte begrenzte Variante des Offshorings hat die ZHAW in Zusammenarbeit mit den IT-Wirtschaftsverbänden swissICT und ISSS einen Nearshoring-Index entwickelt. Er zeigt die von den IT-Unternehmen präferierte Länderauswahl für die Auslagerung von Geschäftsprozessen auf.

Mit einem Indexwert von 69 Punkten hat London im Nearshoring-Index die Nase vorn. „Auch grössere Metropolregionen wie Berlin, Amsterdam und Madrid sind für die Auslagerung der Geschäftstätigkeiten besonders attraktiv“, wird ZHAW-Studienleiter Benedikt Zoller-Rydzek in der Mitteilung zitiert.

Unter den für die Wahl des Landes ausschlaggebenden Faktoren schätzen die Unternehmen Arbeitsmarktfaktoren wie die Verfügbarkeit von IT-Fachkräften als am wichtigsten ein, erläutert die ZHAW. Osteuropäische Regionen seien aufgrund der geringen Verfügbarkeit daher eher unattraktiv. Allgemein würden „reibungslose Arbeitsabläufe über die Grenze hinweg“ für wichtiger befunden als die in Tieflohndestinationen realisierbare Kosteneffizienz. Die gewünschte effiziente Zusammenarbeit werde „durch räumliche Nähe und niedrige sprachliche oder kulturelle Kommunikationsbarrieren begünstigt“, erläutert Florian Keller, Co-Autor der ZHAW-Studie. hs

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