Quantum-Computing-Hub von PSI und ETH soll wachsen

22. Juli 2022 12:06

Villigen AG/Zürich - Das Paul Scherrer Institut (PSI) und die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH) arbeiten im gemeinsamen Quantum-Computing-Hub an Konzepten für einen Quantencomputer. Es soll die Präsenz der Schweiz in diesen Technologien stärken. Das Zentrum soll künftig wachsen.

Das Quantum-Computing-Hub des Paul Scherrer Instituts (PSI) und der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) soll die Quantentechnologie auf eine neue Stufe heben. Für ein solches Scale-up ergänzten sich beide Institutionen perfekt, heisst es in einer Medienmitteilung des PSI. Das Zentrum befindet sich auf dem PSI-Gelände bei Villigen.

Rund 1 Million Qubits bräuchte es, um etwa das Enzym Nitrogenase zu modellieren und damit einen Durchbruch für die Nahrungsversorgung der Menschheit zu erreichen. Dann könnte künstlicher Dünger effizienter als mit der seit hundert Jahren gebräuchlichen energieaufwändigen Methode hergestellt werden. Doch eine solche fehlerfreie Skalierung ist mit den bis heute von Technologieriesen erreichten 127 Qubits nicht möglich.

Um diesem Ziel näherzukommen, erforschen die Teams am PSI verschiedene Ansätze. Eines setzt auf Quantenschaltkreise mit Ionenfallen, ein anderes auf ultrakalte supraleitende Bauteile. Noch in diesem Jahr sollen zwei weitere Teams hinzukommen. Von derzeit 20 Forschenden soll der Hub in fünf Jahren auf 100 wachsen. Ausserdem entsteht aktuell im Park Innovaare in direkter Nachbarschaft zum PSI ein Reinraum mit Nanofabrikationsanlagen. Dort werden die Teams eigene Qubits herstellen.

„Im neuen Hub bringen wir Quantentechnologien und eine starke Technologieplattform zusammen“, wird Kirsten Moselund zitiert. Die Professorin für Elektronik und Mikrotechnologie an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne leitet seit Februar 2022 das Labor für Nano- und Quantentechnologien am PSI und damit auch den Quantum-Computing-Hub. Sie soll das Wachstum des Zentrums organisieren. Im weltweiten Wettlauf um die besten Lösungen braucht die Schweiz nach ihren Worten „eine starke Präsenz in Quantentechnologien“. mm

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