PwC und WWF fordern Aktionsplan für nachhaltigen Finanzplatz

02. September 2020 14:15

Zürich - Absichtserklärungen reichen nach den Worten von PwC und WWF nicht aus, um die Schweiz zu einem grünen und widerstandsfähigen Finanzplatz zu machen. Deshalb haben beide eine Strategie mit mehr als 40 konkreten Massnahmen vorgelegt. Sie sollen in den kommenden zehn Jahren umgesetzt werden.

Das Beratungsunternehmen PwC und der World Wildlife Fund (WWF) haben ein gemeinsames Strategiepapier verfasst. Es soll laut einer Medienmitteilung zeigen, wie die Schweiz sich als führenden Standort für nachhaltige Finanzdienstleistungen positionieren kann. Bisher fehlten nämlich „griffige Massnahmen und ein effektiver Zeitplan“ für dieses vom Bundesrat Ende Juni definierte Ziel. Zudem habe der Fokus auf Freiwilligkeit und Selbstregulierung bisher kaum Wirkung erzielt.

Schweizer Finanzinstitutionen hätten es in der Hand, die insgesamt 6200 Milliarden Franken, die hierzulande jährlich verwaltet werden, in nachhaltige Aktivitäten umzulenken. Damit könnten sie „eine Wirtschaft gestalten, die unsere Lebensgrundlagen bewahrt statt bedroht“, so der CEO des WWF Schweiz, Thomas Vellacott. Stattdessen trügen Schweizer Finanzflüsse aktuell zu einer Erderhitzung von 4 bis 6 Grad Celsius bei. „Ölförderung, Fracking, Pipeline-Projekte: Schweizer Finanzinstitutionen finanzieren, investieren in und versichern weiterhin viel zu viele Aktivitäten, welche dem Klima und der Natur schaden.“

Die „Qualitätsstrategie“ von PwC und WWF zeige den Entscheidungsträgern der Schweizer Politik und der Finanzwirtschaft konkrete Handlungsmöglichkeiten auf. Sie enthält mehr als 40 Massnahmen, die innerhalb der nächsten zehn Jahre umgesetzt werden sollen. So sei es in einem ersten Schritt unabdingbar, die Strategien von Schweizer Finanzinstitutionen an den Zielen des Pariser Klimaabkommens auszurichten. Zudem müssten politische Rahmenbedingungen und glaubwürdige Standards die nötige Transparenz und Rechtssicherheit gewährleisten. Des Weiteren seien verstärkte Anstrengungen in der Realwirtschaft nötig, „damit der Übergang zu einem grünen und widerstandsfähigen Schweizer Finanzplatz gelingen kann“.

Mit ihrer langjährigen Tradition im nachhaltigen Finanzwesen, einem innovativen Markt, schlanken Rahmenbedingungen und ausgezeichneten Universitäten gebe es „keinen besseren Ort als die Schweiz, um dies in Gang zu setzen“, sagt der CEO von PwC Schweiz, Andreas Staubli. Und Vellacott ergänzt: „Das Potenzial in der Schweiz ist immens und unter dem Strich profitieren Wirtschaft und Gesellschaft von einer intakten Umwelt. Nun ist es an der Zeit, dass Politik, Finanzmarktakteure und wir alle gemeinsam handeln.“ mm

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