Privatbanken sollten auf Grösse setzen

22. August 2019 14:26

Zürich - Innerhalb der Gruppe von derzeit 101 Schweizer Privatbanken weist nur eine kleine Gruppe eine Mindestgrösse für nachhaltigen Erfolg auf, stellt eine Studie der KPMG fest. Für kleinere Privatbanken war 2018 ihr zufolge eher ein enttäuschendes Jahr.

„Schweizer Privatbanken sind übermässig von den Finanzmärkten abhängig“, schreibt KPMG in einer Mitteilung zur aktuellen Bankenstudie des Beratungsunternehmens. Ihr zufolge haben es die meisten Privatbanken nicht geschafft, ihre Geschäftsmodelle an das schwierige Marktumfeld der letzten Jahre anzupassen. Insbesondere moniert KPMG die zu geringe Präsenz Schweizer Privatbanken in Wachstumsmärkten.

Den Analysten von KMPG zufolge haben nur wenige Privatbanken in den letzten Jahren konstant mehr als 5 Prozent an Nettoneugeldern einwerben können. Nur einem Drittel der Institute sei zudem im letzten Jahr eine Verbesserung des Verhältnisses von Aufwand zu Ertrag gelungen, führen die Analysten weiter aus. Ihnen zufolge hat sich das mediane Aufwand-Ertrag-Verhältnis kleiner Banken im Jahresvergleich gar von 82,4 Prozent auf 86,3 Prozent verschlechtert.

Aus dem insgesamt als enttäuschend für Privatbanken charakterisiertem Jahr 2018 sticht laut KPMG eine Gruppe von Privatbanken mit jeweils mehr als 100 Milliarden Franken an verwaltetem Vermögen hervor. „Die Institute verfügen in der Regel über ein internationales Niederlassungsnetz, das sich auch auf die Wachstumsmärkte erstreckt“, beschreibt die Beratungsgesellschaft das Erfolgsmodell dieser Bankengruppe. Grosse Banken hätten es 2018 vermocht, ihre Eigenkapitalrendite auf 7,8 Prozent zu steigern, was „im Einklang mit der Zielrendite“ stehe, heisst es in der Mitteilung. Die Eigenkapitalrendite der Kleinbanken sei hingegen um 0,6 Prozentpunkte auf 3,1 Prozent gefallen. „Um den Erfolg in der Zukunft zu sichern“, solle die Branche daher „auf die Bankengrösse“ setzen. hs

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