PostFinance soll Hypotheken vergeben können

05. Juni 2020 14:41

Bern - PostFinance soll künftig Kredite und Hypotheken vergeben können. Das schlägt der Bundesrat vor. Im Gegenzug soll das bisher vollständig bundeseigene Finanzinstitut teilprivatisiert werden. 

PostFinance hat rund 3 Millionen Kunden und verwaltet rund 120 Milliarden Franken an Kundenvermögen. Damit ist es eines der grössten Finanzinstitute der Schweiz und gehört auch wegen seiner starken Stellung im Zahlungsverkehr zu den systemrelevanten Banken. Derzeit kann sie aber nicht wie andere Banken ihr verwaltetes Kundenvermögen in Form von Krediten und Hypotheken an Kunden ausleihen. Das ist angesichts der niedrigen Zinsen am Anleihenmarkt ein Wettbewerbsnachteil und drückt auf den Unternehmenswert.

Der Bundesrat schlägt daher im Rahmen einer Teilrevision des Postorganisationsgesetzes vor, diese Beschränkung fallenzulassen. Damit könne die Ertragskraft des Unternehmens gestärkt und der Wettbewerb am Kredit- und Hypothekenmarkt belebt werden, schreibt er in einer Mitteilung.

Im Gegenzug schlägt der Bundesrat eine Teilprivatisierung vor. Damit könne PostFinance seine Eigenmittel stärken. Bisher gehört die PostFinance AG vollständig der Schweizerischen Post AG, die wiederum vollständig dem Bund gehört. Die Post und damit indirekt der Bund soll aber auch nach einer Teilprivatisierung Mehrheitsaktionärin bleiben. 

Bis zur Teilprivatisierung sollen Post und PostFinance im Prinzip allein sicherstellen, dass das Unternehmen die regulatorischen Anforderungen an die Ausstattung mit Eigenmitteln erfüllt. Allerdings kann sich der Bundesrat vorstellen, dass der Bund im Rahmen einer Übergangslösung mit einer Kapitalisierungszusicherung einspringt.

Die Vernehmlassung zur Teilrevision des Postorganisationsgesetzes läuft bis zum 25. September. stk

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