Philipp Hildebrand steigt aus Rennen um OECD-Spitze aus

26. Februar 2021 09:31

Bern - Philipp Hildebrand hat seine Kandidatur um das Amt als künftiger Generalsekretär der OECD zurückgezogen. Er begründet den Schritt mit der fehlenden breiten Unterstützung der OECD-Mitglieder.

Philipp Hildebrand steigt aus dem Rennen um das Amt als künftiger Generalsekretär der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) aus. Dies kündigt er in einer Mitteilung auf Twitter an. Als Grund nennt er dort die fehlende breite Unterstützung seitens der OECD-Mitglieder.

Der Bundesrat hatte Hildebrand im vergangenen Oktober als Kandidaten für den OECD-Posten vorgeschlagen. Er war nun bereits im Finale des Auswahlverfahrens. Von den ursprünglich zehn Kandidaten hatten sechs ihre Kandidatur bereits zurückgezogen.

„Ich möchte dem Schweizer Bundesrat für seine Unterstützung danken und allen Ländern, die mich unterstützt haben", schreibt Hildebrand in seiner Twitter-Mitteilung. In diesen kritischen Zeiten für die Weltwirtschaft sei es essenziell, dass der neue Chef der OECD die breite Unterstützung aller OECD-Mitgliedsländer geniesse, betont er. Er bedauere, dass es ihm nicht gelungen sei, die nötige Unterstützung zu erlangen.

Hildebrand war früher Chef der Schweizerischen Nationalbank. Derzeit ist er als Vice Chairman beim Vermögensverwalter BlackRock tätig. Dort will er sich nun weiterhin für eine nachhaltige Wirtschaft einsetzen. Dies wäre auch als OECD-Generalsekretär sein Ziel gewesen.

Damit verbleiben noch drei Kandidaten. Griechenland hat Anna Diamantopoulou ins Rennen geschickt, Schweden Cecilia Malmström. Beides sind ehemalige EU-Kommissarinnen. Australien hat seinen ehemaligen Finanzminister Mathias Cormann aufgestellt. Der einzige Kandidat eines nicht-europäischen Landes stammt aus der deutschsprachigen Minderheit in Belgien und kam erst 1996 als 25-Jähriger nach Australien.

Der derzeitige Generalsekretär Angel Gurria hat im vergangenen Juli seinen Rücktritt angekündigt. Der Mexikaner stand der Denkfabrik der Industriestaaten seit 2006 vor. Der OECD gehören derzeit 37 Länder an. Die Schweiz gehörte 1961 zu den Gründungsmitgliedern der Organisation mit Sitz in Paris. ssp

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