Pharmabranche spürt Preissenkungen

06. Februar 2020 14:06

Basel - Preissenkungen haben das Wachstum der Pharmabranche auch im Jahr 2019 gedämpft. Generika haben erstmals mehr Umsatz generiert als Originalpräparate. Krebsmittel verzeichneten dank neuen innovativen Therapien das wertmässig stärkste Wachstum.

Im Jahr 2019 wurden in der Schweiz Medikamente im Wert von 6,1 Milliarden Franken verkauft, wie aus einem Bericht von Interpharma hervorgeht. Die Umsätze legten damit im Vergleich zum Vorjahr um 2,8 Prozent zu. Für die Branche ist das Wachstum damit das zweite Jahr in Folge tiefer als sonst. So lag die Wachstumsrate auch 2018 bei 2,3 Prozent, davor aber viel höher: 2017 bei 4,4 Prozent, 2016 bei 4,8 Prozent und 2015 bei 5,1 Prozent.

Der Umsatz mit Generika hat im Jahr 2019 um 2,2 Prozent auf 734 Millionen Franken zugenommen. Damit haben Generika erstmals mehr Umsatz generiert als Originalpräparate. Bei Letzteren lag der Umsatz mit 693,9 Millionen Franken um 2 Prozent unter dem Vorjahreswert. Der Umsatz mit patentgeschützten Medikamenten war 2019 mit 2,5 Milliarden Franken ebenfalls rückläufig (-1,2 Prozent).

Das schwächere Umsatzwachstum hängt laut Interpharma unter anderem mit der Preisüberprüfungsrunde des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) für kassenpflichtige Medikamente zusammen. Allein im Jahr 2019 wurden damit den Angaben zufolge Einsparungen von 91 Millionen Franken erzielt. So seien die Preise von 257 Originalpräparaten zur Behandlung von Herz-, Kreislauf- und Augen-Krankheiten sowie Arzneimitteln gegen Infektionskrankheiten um durchschnittlich 16,3 Prozent gesenkt worden. Weiter wurden auch Generika und Nachahmerprodukte überprüft, was laut der Mitteilung für 178 von 313 dieser Arzneimittel ebenfalls zu einer Preissenkung führte. 

Das stärkste wertmässige Wachstum verzeichneten 2019 erneut die Krebsmedikamente (+12,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr). Dies erklärt Interpharma in erster Linie mit der Neueinführung innovativer Therapien. ssp

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