Pharmabranche soll Gesellschaft mehr zurückgeben

29. Januar 2018 13:37

Basel - Bis vor wenigen Tagen stand Joseph Jimenez an der Spitze des Novartis-Konzerns. Der Branche gibt er den Rat, den Zugang zu Medikamenten zu verbessern. Zudem sollte der Gesundheitssektor von einem Volumen honorierenden Modell zu einem erfolgsbasierten wechseln.

Die Pharmabranche könne ihre schlechte Reputation verbessern, indem sie der Gesellschaft mehr zurück gibt, erklärt Joe Jimenez im Interview mit der „Neuen Zürcher Zeitung“. Der US-Manager mit italienisch-spanischen Wurzeln stand bis zum vergangenen Mittwoch an der Spitze des Novartis-Konzerns. Im Interview formuliert er zum Abschied seine Ratschläge an die Branche. 

Sie sollte dafür sorgen, dass niemand aus finanziellen Gründen vom Zugang zu Medikamenten ausgeschlossen werde, meint Jimenez. „Dieser Verbesserungsbedarf besteht nicht nur in Entwicklungsländern.“ 

Zudem hält der ehemalige Novartis-Chef an dem von ihm propagierten erfolgsbasierten Vergütungsmodell fest. Heute herrsche „eine riesige Verschwendung in allen Gesundheitssystemen“, während es gleichzeitig an Geldern für neuartige Medikamente fehle, argumentiert Jimenez. Hier könne der Wechsel „von einem Modell, das Volumen honoriert, hin zu einem Modell, das Erfolg bezahlt“ die nötigen Mittel „freischaufeln“. 

Den Pharmapreisen auf dem US-Markt prognostiziert der scheidende Konzernchef eine Angleichung an das niedrigere Niveau in Europa. Hier hätten die Drohungen von US-Präsident Donald Trump gegenüber der Pharmaindustrie „Resultate erzielt“. 

Der von Jimenez in China eingerichtete Forschungscampus wird sich nach Ansicht des Ex-CEO für Novartis rentieren. Wer China beim Aufbau einer eigenen Pharmaindustrie helfe, werde „später die Früchte ernten“. Bis es soweit komme „wollen wir zu einem integralen Teil dieses Marktes avancieren“. hs

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