Petition fordert Ausserbetriebnahme des AKW Beznau

11. März 2020 11:46

Döttingen AG - Mehr als 11'500 Bürgerinnen und Bürger fordern, dass das Atomkraftwerk Beznau vorläufig stillgelegt wird. Eine entsprechende Petition der Schweizerischen Energiestiftung ist dem Bundesrat am Dienstag übergeben worden.

Die Schweizerische Energiestiftung (SES) hat dem Bundesrat am Dienstag die Beznau-Petition übergeben. Laut einer Medienmitteilung fordern 11'579 Bürgerinnen und Bürger, dass das Atomkraftwerk (AKW) Beznau zumindest vorläufig vom Netz geht. Sie fordern, dass ihre Bedenken bezüglich der Sicherheit des ältesten Schweizer AKW mit wissenschaftlich anerkannten Methoden ausgeräumt werden.

Das Kernkraftwerk war wegen des hochversprödeten Reaktordruckbehälters fast drei Jahre lang stillgestanden. 2018 akzeptierte die Atomaufsicht Ensi den Sicherheitsnachweis der Betreiberin Axpo und liess den Reaktor wieder hochfahren. Wegen nicht verfügbaren Originalmaterials war für diesen Sicherheitsnachweis die Replika eines Stahlrings verwendet worden.

Ein im Auftrag von Greepeace Schweiz erstelltes Gutachten des unabhängigen Öko-Instituts Darmstadt zweifelte diesen Sicherheitsnachweis jedoch an. Das Institut bemängelte, dass Axpo ungeeignete Prüfmethoden angewandt habe. Tests an einer Replika des Reaktorrings C seien nicht aussagekräftig.

Gutachterin Simone Mohr sagte Ende letzten Jahres gegenüber der SRF-Rundschau: „Wenn ein Reaktordruckbehälterring ohnehin bereits am Ende seiner Lebenszeit angelangt ist und dann noch entsprechende Materialfehler festgestellt werden, ist es umso wichtiger, dass man über Originalproben der Materialien verfügt, die man untersuchen kann.“ Die von der Axpo angewandten Methoden widersprächen wissenschaftlichen Standards. Sie seien von keinem internationalen Reglement anerkannt.

„Gerade bei alten Reaktoren muss die Sicherheit an erster Stelle stehen. Abstriche haben hier keinen Platz“, sagte SES-Stiftungsratspräsident Beat Jans bei der Übergabe der Petition. mm

Aktuelles im Firmenwiki