Parlament will Buchungsplattformen stärker regulieren

08. Juni 2022 12:11

Bern - Schweizer Hotels sollen ihre Zimmer auf ihrer eigenen Internetseite günstiger anbieten dürfen als auf Buchungsplattformen. Das Parlament hat sich auf ein Verbot der sogenannten Preisbindungsklauseln geeinigt. Glenn Fogel, Chef von Booking.com, kritisiert dies.

Online-Buchungsplattformen sollen in der Schweiz bald stärker eingeschränkt werden. Das Parlament hat sich am 8. Juni auf ein Verbot von sogenannten Preisbindungsklauseln geeinigt, wie aus einer Medienmitteilung hervorgeht. Diese verbieten es Hotels, ihre Zimmer auf ihrer eigenen Internetseite günstiger anzubieten als auf digitalen Buchungsplattformen wie etwa Booking.com.

Das Parlament geht bei seinem Beschluss noch weiter als es der Bundesrat vorgeschlagen hatte. So hat es sich nicht nur auf das Verbot von Preisparitätsklauseln, sondern auch auf das Verbot von Angebots- und Konditionenparitätsklauseln geeinigt.

Ständerat Beat Rieder (Mitte/VS) betont laut Mitteilung, dass die neue Regulierung Schweizer KMU-Betriebe stärken werde. Laut Ständerat Pirmin Bischof (Mitte/SO) beherrscht Booking.com den Markt. Die Politik müsse die internationale Kartellwelt in ihre Betrachtungen einbeziehen.

Glenn Fogel, Chef von Booking.com, kritisiert das Verbot der Preisbindungsklauseln in einem Interview mit der „Neuen Zürcher Zeitung“. Seiner Ansicht nach werden die Hotels nicht davon profitieren. „Manche Hoteliers gehen von der falschen Annahme aus, dass die neue Regulierung ihre Lage verbessern werde und dass sie mehr Geld verdienen würden. Ich glaube nicht, dass das passieren wird. Stattdessen wird das Geschäft weniger effizient“, sagt er. Er hebt zudem hervor, dass Booking.com bereits seit über 20 Jahren in der Schweiz präsent ist und die Kommission für die Hotels seither nie erhöht habe. ssp

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