Pandemie macht Wirtschaft produktiver

08. Juni 2020 12:27

Bern - Während des Lockdowns ist die wirtschaftliche Tätigkeit in der Schweiz gesunken. Die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden nahm dabei überproportional zum Rückgang der Wirtschaftsleistung ab. Dies bedeutet, dass profitabler als vorher gewirtschaftet wurde.

„Die Schweiz ist in den vergangenen Monaten – rechnerisch gesehen – produktiver geworden“, heisst es eingangs in einem Beitrag in der vom Schweizerischen Gewerbeverband (sgv) veröffentlichten „Schweizerischen Gewerbezeitung“. In ihm geht die Zeitung für KMU diesem für einen Krisenzeitraum erstaunlichen Phänomen nach.

Während des Lockdowns sei die Wirtschaftsleistung der Schweiz um etwa 10 Prozent gesunken, heisst es im Bericht. Die für die Erzeugung des entsprechenden Bruttoinlandprodukts (BIP) erforderliche Arbeitsleistung sei gleichzeitig jedoch um 25 Prozent zurückgegangen. Die bedeute, dass die Schweiz während des Lockdown profitabler gewirtschaftet habe als vorher, schreibt die Zeitung. Denn bei gleichbleibender Produktivität hätten BIP und die für seine Erzeugung notwendige Arbeitsleistung im selben Verhältnis abnehmen müssen.

Im Beitrag wird die erzielte Produktivitätssteigerung auf fast 20 Prozent beziffert. Dies zeige, dass die Schweiz „Potenziale zur Produktivitätssteigerung“ habe, wird dort weiter erläutert. Sie müssten ihm zufolge auch deswegen genutzt werden, weil die Schweiz im Bereich Produktivitätssteigerung im internationalen Vergleich den Anschluss zu verlieren drohe. Zudem profitierten von erhöhter Produktivität insbesondere diejenigen, „welche von der Corona-Krise am stärksten betroffen sind“. hs

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