Pandemie führt zu Milliardenverlust im Tourismus

27. Oktober 2020 13:21

Zürich - Die Konjunkturforschungsstelle KOF geht davon aus, dass 2020 insgesamt ein Drittel der Logiernächte wegfallen wird. Für den gesamten Tourismus rechnet sie mit einem Verlust von über 10 Milliarden Franken. Auch die Gastronomie leidet stark. Der Verband GastroSuisse warnt vor einem erneuten Lockdown.

Die Konjunkturforschungsstelle KOF der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) hat ihre aktuelle Tourismusprognose für das laufende Jahr veröffentlicht. Sie geht davon aus, dass die Anzahl der Logiernächte im Vergleich zum Vorjahr um 33,7 Prozent sinken wird. Insbesondere die Zahl der Logiernächte von internationalen Gästen dürfte mit minus 50 Prozent stark zurückgehen.

Für die Hotellerie rechnet die KOF mit einem Umsatzverlust von 1,6 Milliarden Franken im Vergleich zum Vorjahr. Für den gesamten Tourismusbereich geht sie von einem Umsatzverlust von über 10 Milliarden Franken aus.

Die inländischen Gäste dürften in der Wintersaison weiterhin die Stütze für den Tourismus bleiben. Aufgrund der aktuellen und potenziellen weiteren Reisebeschränkungen dürfte die Nachfrage aus Europa zurückgehen. Mit Gästen aus Fernmärkten rechnet die KOF frühestens im Frühling wieder.

Auch die Gastronomie ist stark von der Corona-Krise betroffen. „Das Gastgewerbe steht kurz vor einem Kollaps“, sagte Casimir Platzer, Präsident des Branchenverbands GastroSuisse anlässlich einer Medienkonferenz am Dienstag in Zürich. Der Branchenverband warnt vor einem zweiten Lockdown und stellt eine Reihe von Forderungen an den Bund. Bereits die neusten Verschärfungen des Bundesrats – „und insbesondere einiger Kantone“ – würden die Branche an den „Rand des Untergangs“ stellen, schreibt GastroSuisse in einer Medienmitteilung. ssp

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