Pandemie erreicht den Arbeitsmarkt

26. Mai 2020 11:47

Neuenburg - Die Beschäftigung in der Schweiz hat im ersten Quartal 2020 im Jahresvergleich noch zugelegt. Im Vergleich zum Vorquartal hat das Bundesamt für Statistik jedoch bereits weniger Beschäftigte gezählt. Seine Analysten gehen von pandemiebedingten Entlassungen in der nahen Zukunft aus.

Einer Mitteilung des Bundesamts für Statistik (BFS) zum Beschäftigungsbarometer für das erste Quartal 2020 zufolge hat die Gesamtbeschäftigung in der Schweiz im Jahresvergleich noch um 0,6 Prozent zugelegt. Im Vergleich zum Vorquartal ging die Gesamtbeschäftigung hingegen saisonbereinigt um 0,1 Prozent zurück. Konkret weist die Beschäftigungsstatistik zum Stichmonat März insgesamt 5,102 Millionen Beschäftigte in Industrie, Baugewerbe und Dienstleistungssektor aus.

Dabei wurden in Industrie und Baugewerbe im Jahresvergleich 8000 neue Stellen geschaffen. Im Dienstleistungssektor wurde die Beschäftigung um 23'000 Stellen ausgebaut. Im von der Coronavirus-Pandemie besonders betroffenen Bereich Gastronomie wurden im Jahresvergleich allerdings 11'000 Stellen abgebaut.

Im Vergleich zum Vorquartal legte die Beschäftigung in der Industrie saisonbereinigt noch um 1000 Stellen zu. Im Dienstleistungssektor wurden saisonbereinigt gleichzeitig bereits 3000 Stellen weniger als im letzten Quartal 2019 gezählt.

Für die nahe Zukunft zeigen sich die Analysten des BFS pessimistisch. Ihren Erhebungen zufolge ist die Zahl der Unternehmen, die einen Beschäftigungsabbau planen, im Vergleich zum Vorjahresquartal von 3,3 Prozent auf 7,0 Prozent gestiegen. Der Indikator der Beschäftigungsaussichten insgesamt liegt mit aktuell 1,01 Punkten nur noch knapp über der Wachstumsgrenze von 1,0 Punkten. In der Industrie und im Gastgewerbe ist der Indikator mit 0,98 beziehungsweise 0,91 Punkten bereits in den einen Stellenabbau signalisierenden Bereich gerutscht. hs

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