Pandemie beeinträchtigt Berufslaufbahn

25. September 2020 13:34

Zollikofen BE - Der von der Pandemie verkleinerte Arbeitsmarkt schickt Berufseinsteiger in die Arbeitslosigkeit oder zwingt sie, eine Stelle ausserhalb ihrer Ausbildung anzunehmen. Dadurch werden auch die langfristigen Karrierechancen geschmälert, stellt eine Studie fest.

Der durch die Pandemie verursachte Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit bringe für Berufseinsteiger langfristige Karrierefolgen mit sich, erläutert das Schweizerische Observatorium für die Berufsbildung am Eidgenössischen Hochschulinstitut für Berufsbildung (OBS EHB) in einer Studie. In ihr haben Forschende des OBS EHB die Auswirkungen von Rezessionen auf die Berufslaufbahn junger Arbeitnehmer in den USA und Europa untersucht.

Den Ergebnissen zufolge führt ein von einer Rezession verschlechterter Arbeitsmarkt zunächst einmal dazu, dass Berufseinsteiger keine Stelle finden oder eine Stelle ausserhalb ihrer Ausbildung annehmen müssen. In Folge können die Betroffenen dann keine Berufserfahrung im Ausbildungsberuf sammeln, was sich auch langfristig negativ auf ihre Berufslaufbahn auswirkt.

In Ländern wie der Schweiz, „mit einem starken Berufsbildungssystem und einem tiefen Kündigungsschutz der Arbeitnehmenden“, seien diese Auswirkungen im internationalen Vergleich weniger gravierend, schreiben die Wissenschaftler. Ihre Forschung zeige jedoch, dass in Zeiten von Rezessionen auch in der Schweiz tendenziell Berufseinsteiger durch erfahrenere Arbeitskräfte verdrängt werden. Insbesondere für Berufslernende nehme mit steigender Jungendarbeitslosigkeit das Risiko zu, innerhalb des ersten Jahres nach Abschluss der Ausbildung arbeitslos zu werden. Hochschulabsolventen müssten hingegen eher damit rechnen, deutlich geringere Löhne als in Wirtschaftswachstumszeiten hinnehmen zu müssen. hs

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