Pandemie beeinflusst Sozialversicherungen nur temporär

03. Juli 2020 11:44

Bern - Alters- und Hinterlassenversicherung, Invalidenversicherung sowie Erwerbsersatzordnung werden durch die Coronavirus-Pandemie voraussichtlich Einbussen in Höhe von 4 bis 5 Milliarden tragen müssen. Ab 2025 sollten die Einnahmen aber wieder auf dem Niveau vor der Pandemie liegen.

Die Coronavirus-Pandemie führe bei der Alters- und Hinterlassenversicherung (AHV), der Invalidenversicherung (IV) sowie der Erwerbsersatzordnung (EO) „zu kurzfristigen, aber nicht zu erheblichen langfristigen Einbussen“, schreibt das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) in einer Mitteilung. Seine Experten haben die Finanzperspektiven der Sozialversicherungen analysiert. In die Berechnungen seien auch die jüngsten Demographieszenarien des Bundesamts für Statistik (BFS) eingeschlossen, informiert das BSV.

Bei der AHV gehen die Experten des BSV von einer kurzfristigen Verschlechterung des Umlageergebnisses in Höhe von rund 1 Milliarde Franken aus. Bis 2025 sollten hier aber wieder Werte wie vor der Pandemie erreicht worden sein, meinen die Analysten. Sie gehen von Einbussen der Kasse in Höhe von insgesamt rund 3 Milliarden Franken bis 2030 aus.

Bei der IV rechnen die Experten des BSV mit einer Verschlechterung des Umlageergebnisses um rund 300 Millionen Franken bis 2030. Die IV werde zudem nicht bereits im kommenden Jahr, sondern erst ab 2024 Überschüsse erzielen, erläutern die Analysten in der Mitteilung. Daher könne die Kasse ihre Schulden beim AHV-Fonds bis 2030 weniger stark abbauen als geplant. Auf die EO hat die Coronavirus-Pandemie nach Ansicht der Experten des BSV „keine signifikanten Auswirkungen“.

„Die neuen Berechnungen des BSV zeigen somit, dass die Sozialversicherungen AHV, IV und EO die temporären negativen Effekte der Corona-Krise gut verkraften können“, konstatieren die Analysten. Aufgrund der Unsicherheiten bei den weiteren Entwicklungen will das BSV die Berechnungen aber „häufiger als gewöhnlich überprüfen und gegebenenfalls bis spätestens Ende 2020 erneut aktualisieren“. hs

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