Palmöl kann CO2-negativ sein

24. Januar 2022 13:07

Lausanne/Birmensdorf ZH - Palmöl kann sogar mit einer negativen Netto-CO2-Bilanz produziert werden. Bedingung dafür ist eine entwaldungsfreie Umwandlung degradierter Savannen in Palmölplantagen. Das zeigt eine eingehende Studie.

Ein Forschungsteam der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) und der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) in Birmensdorf hat herausgefunden, dass die richtige Anbaumethode von Palmölplantagen sogar zusätzliches CO2 speichern kann.

Gemäss einer Mitteilung der EPFL belegt ihre Forschung, dass das CO2-Nettoergebnis der Palmölproduktion negativ sein kann, wenn entsprechende Plantagen in degradierten, also früher schon bewirtschafteten und baumlosen Savannengebieten angelegt und betrieben werden. Solche Gebiete kommen in Lateinamerika häufig vor. Dabei wirke sich auch die Absorption von CO2 aus der Luft und dessen Speicherung im Boden günstig auf das Klima aus. Zudem verbessere dies die Bodenfruchtbarkeit.

Dagegen verursache die in Verruf geratene Umwandlung von Tropenwäldern in Palmölplantagen „rund 170 Tonnen mehr CO2-Emissionen pro Hektar als entwaldungsfreie Prozesse, wie wir sie hier untersucht haben“, so Alexandre Buttler, emeritierter EPFL-Professor und ehemaliger Leiter des Laboratory of Ecological Systems (ECOS) der EPFL.

Doch habe nach wie vor der Schutz der Artenvielfalt Priorität. Deshalb solle eine Ausweitung des Palmölanbaus nur etwa auf degradierten Weiden oder Savannen erfolgen, deren Wiederherstellung nicht möglich sei.

ECOS-Doktorand Carlos Quezada führte seine eingehende Studie in Kolumbien zusammen mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der WSL im Rahmen des Projekts „Oil Palm Adaptive Landscapes“ durch. Es wurde vom Schweizerischen Nationalfonds finanziert und von der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich geleitet. mm

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