Palantir will von Greater Zurich Area aus in Europa wachsen

10. Mai 2022 07:14

Zürich/Altdorf SZ - Das amerikanische Unternehmen Palantir, das Datenplattformen für Unternehmen entwickelt, baut einen zentralen Europa-Hub in der Greater Zurich Area auf. Der Wirtschaftsraum sei ideal, um von hier aus auf dem Kontinent weiter zu wachsen, sagte Courtney Bowman von Palantir in einem Webinar.

Palantir Technologies hat sich jüngst in der Greater Zurich Area niedergelassen, weil dem Software-Unternehmen dieser Wirtschaftsraum ideal für seine Wachstumspläne auf dem Kontinent scheint. Das sagte Courtney Bowman, Global Director of Privacy & Civil Liberties Engineering bei Palantir, bei einem Webinar der Greater Zurich Area, der offiziellen Standortmarketing-Organisation des Wirtschaftsraums Zürich: „Wir hatten nach einem Ort gesucht, wo wir einerseits direkten Zugang zu verschiedenen Organisationen im privaten und öffentlichen Sektor haben. Aber wir sehen die Schweiz auch als Zentrum für unser europäisches Wachstum.“

Das US-Unternehmen hat seinen internationalen Hauptsitz in Denver. Seit seiner Gründung 2003 hatte es sich zunächst auf die Bereitstellung von Softwareplattformen spezialisiert, die es staatlichen Organisationen ermöglichen, ihre Daten effektiv zu verwalten und zu analysieren. Seit einigen Jahren bedient Palantir auch Kunden aus der Privatwirtschaft, unter anderem aus dem Finanzsektor, der Fertigungs- und der Life Sciences-Industrie. Die Anwendungen reichen vom Kundenmanagement über die Unterstützung von Lieferketten bis zur Förderung der pharmazeutischen Forschung. In der Schweiz wie auch in anderen Märkten mit strengem Verbraucherschutz hilft die Palantir-Software Kunden, digitale Infrastruktur in Übereinstimmung mit den jeweils geltenden Vorschriften zum Schutz persönlicher und sensibler Daten aufzubauen.

Auf den hiesigen „sehr wettbewerbsintensiven Arbeitsmarkt“ müsse man sich einstellen, so Bowman weiter. Palantir plane, seine derzeitige Anzahl von 40 Mitarbeitenden in den kommenden sechs bis zwölf Monaten zu verdoppeln. Das Unternehmen wolle ausloten, wie sich die hier „tief verwurzelte Kultur der Lehrberufe“ mit speziellen und „nicht-traditionellen Wegen“ in der Datenwissenschaft und den Geschäftsbereichen von Palantir kombinieren lasse.

Die Greater Zurich Area AG und Urs Durrer, Vorsteher des Amts für Wirtschaft im Kanton Schwyz, seien bei der Entscheidungsfindung und dem Ansiedlungsprozess laut Bowman „extrem hilfreich“ gewesen. Vor zwei Jahren hätten ihm Palantir-Mitgründer und CEO Alex Karp seine Schweiz-Pläne vorgestellt, sagte Durrer, „und wir waren höchst erfreut“. Schliesslich sei die Greater Zurich Area ein überaus dynamischer „Hotspot für Forschung und Entwicklung“, mit einem vorzüglichen Bildungssystem und hervorragenden Fachleuten.

Nicht zuletzt auch wegen der sehr gut ausgebauten Infrastruktur und niedriger Steuersätze „haben wir im Kanton Schwyz inzwischen ein Cluster multinationaler Unternehmen“. Weitere kämen in den nächsten Monaten hinzu. Die zukünftigen Mehreinkünfte des Kantons durch den steuerlichen Mindestsatz der OECD für international tätige Konzerne wolle Schwyz reinvestieren, „um den Kanton noch attraktiver zu machen. Wir werden das Geld an die Wirtschaft zurückgeben.“ mm

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