Ostschweizer Exporteure sind zuversichtlich

02. Juni 2021 10:45

St.Gallen - Die Corona-Pandemie hat bei Ostschweizer Exportfirmen Spuren hinterlassen, zeigt eine Analyse der IHK St.Gallen-Appenzell. Ostschweizer Produkte konnten sich jedoch im Jahr 2020 behaupten, der Ausblick zuversichtlich ausfällt.

Die Industrie- und Handelskammer St.Gallen-Appenzell hat die Aussenhandelsstatistik für 2020 der Eidgenössischen Zollverwaltung analysiert, wie aus einer Medienmitteilung hervorgeht. Demnach sind im vergangenen Jahr Waren und Produkte mit einem Wert von 14,9 Milliarden Franken aus der Kernregion Ostschweiz exportiert worden. Dies entspricht im Vergleich zu 2019 einem Rückgang um 5 Prozent, während der entsprechende Rückgang für die Schweiz nur bei 4 Prozent liegt. Daran zeigt sich, dass Ostschweizer Produkte zwar auch während der Pandemie gefragt waren, die Corona-Krise aber dennoch Spuren in der Region hinterlassen hat.

Dabei gab es jedoch Unterschiede in den verschiedenen Regionen und Branchen. So beträgt der Exportrückgang im Kanton St.Gallen im vergangenen Jahr 3,1 Prozent, im Thurgau 7,7 Prozent, in Appenzell Ausserrhoden 12,5 Prozent und in Appenzell Innerrhoden 13,4 Prozent. Bei den Branchen konnten die Hersteller von Datenverarbeitungsgeräten sowie von elektronischen und optischen Geräten, Teil der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie (MEM), ihre Exporte sogar um 13,9 Prozent steigern. Die gesamte MEM-Branche hat 2020 Waren mit einem Umfang von 10,2 Milliarden Franken aus der Ostschweiz exportiert. „Damit werden knapp 70% aller Exporte in der Region von Unternehmen aus der MEM-Industrie exportiert“, wird Alessandro Sgro in der Mitteilung zitiert, Chefökonom der IHK St.Gallen-Appenzell. Dabei musste die gesamte MEM-Branche aber einen Rückgang von 3,9 Prozent hinnehmen. „Trotz der Lichtblicke dürfte die Ostschweizer Aussenwirtschaft noch länger unter den Folgen der Auswirkungen der Corona-Pandemie leiden“, heisst es von Sgro.

Dennoch blicken die Ostschweizer Exportunternehmen zuversichtlich in die kurz- und mittelfristige Zukunft. Mit Bezug auf Zahlen der Konjunkturforschungsstelle (KOF) der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) informiert die IHK, dass für die kommenden drei Monate mit zunehmenden Exportaufträgen gerechnet wird. Zudem sei der Bestand an Auslandsaufträgen gross. Sorgen bereiten jedoch die abgebrochenen Gespräche mit der EU. „Die Erosion der Bilateralen I wären für den Exportstandort Ostschweiz und damit die gesamte Wirtschaft auf lange Frist einschneidend und würden die künftige Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen in der Kernregion Ostschweiz gefährden“, sagt Markus Bänziger, Direktor der IHK St.Gallen-Appenzell. jh

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