Ostschweizer Betriebe fordern mehr Corona-Tests

12. Februar 2021 12:52

St.Gallen - Fast 80 Prozent aller Ostschweizer Betriebe nehmen die Bedrohung durch das Coronavirus ernst oder sehr ernst. Jedoch müsse verhindert werden, dass etwa asiatische Mitbewerber die Situation für Überholmanöver ausnutzen. Deshalb fordern sie „Ermöglichungsmassnahmen“.

Die IHK St.Gallen Appenzell und die IHK Thurgau haben ihre gemeinsam durchgeführte 6. Ostschweizer Corona-Unternehmensumfrage vorgelegt. Demnach beurteilen vier von fünf befragten Unternehmen die Geschäftsentwicklung im vierten Quartal 2020 als befriedigend oder gut. Dabei schneidet das verarbeitende Gewerbe leicht schlechter ab als die Dienstleister. „Allerdings existieren innerhalb der beiden Sektoren erhebliche Unterschiede“, wird der Chefökonom der IHK St.Gallen-Appenzell, Alessandro Sgro, in einer Medienmitteilung zitiert. 

Darin zeige sich, dass die Unternehmen in der Kernregion Ostschweiz zwar unterschiedlich stark von der Pandemie betroffen sind, aber weitgehend einen Umgang mit den corona-bedingten Erschwernissen gefunden hätten. Dabei nehmen 79,6 Prozent aller befragten Betriebe die Bedrohung durch das Coronavirus ernst oder sehr ernst. Zudem rechnet die Mehrheit damit, dass die pandemiebedingten Erschwernisse noch bis ins zweite Halbjahr 2021 oder bis zum ersten Halbjahr 2022 anhalten werden.

Dabei liegen die aktuellen Konkurszahlen sogar unter dem langjährigen Mittel. Drei von zehn Betrieben gehen die staatlichen Unterstützungsmassnahmen zu weit. Das Härtefallprogramm wird als notwendig und ausgewogen beurteilt. Doch wollten die Unternehmen stärker in die Pandemiebewältigung eingebunden werden, heisst es weiter in der Mitteilung.

In einem gemeinsamen Schreiben der IHK St.Gallen-Appenzell, der IHK Thurgau, der Handels- und Industriekammer Appenzell Innerrhoden (HIKA) und dem Industrieverein Appenzell Ausserrhoden (Industrie AR) an die Regierungen der Ostschweizer Kantone fordern die Verbände „Ermöglichungsmassnahmen“. Sie sollen etwa die Zusammenarbeit physischer Teams wieder ermöglichen. Es müsse verhindert werden, dass asiatische Mitbewerber den Stillstand für Überholmanöver nutzten. Auch müsse wesentlich mehr getestet werden. Viele Unternehmen wollten dies tun und Teil der Lösung sein. Zudem bedürfe es einer Ausstiegsstrategie aus dem Lockdown. mm

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