Online-Karten zeigen Standorte wertvoller Baumarten an  

30. August 2021 15:34

Birmensdorf ZH - Die Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft hat neuartige Online-Karten entwickelt. Damit kann für 56 wertvolle oder seltene Baumarten der potenzielle Standort in einem Waldgebiet festgestellt werden.

Die Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) ist der Frage nach den Standorten von ökologisch wertvollen oder seltenen Baumarten wie Eichen oder Eiben nachgegangen. Auch Fragen wie die nach dem bevorzugten Standort von Heidelbeeren wurden geprüft, denn dort gibt es gute Auerhuhn-Lebensräume.

Solche Fragen sollen sich künftig ohne das Nachschauen vor Ort schon anhand einer genauen Landkarte beantworten lassen. Die WSL-Experten haben dazu laut Medienmitteilung erstmals hochaufgelöste Online-Karten entwickelt, mit denen solche Fragen für 56 Gehölzarten des Schweizer Waldes flächendeckend beantwortet werden können. 

Als Grundlage für die Erstellung der Karten dienten die Daten des von der WSL durchgeführten Landesforstinventars (LFI). Dabei werden auf 6500 Stichprobenflächen sämtliche Bäume und Sträucher erfasst. Allein damit könne man aber noch keine Schlüsse auf das Vorkommen an anderen, ähnlichen Stellen in der ganzen Schweizer Waldfläche machen, heisst es in dem WSL-Bericht. Deshalb verknüpften die Forschenden die LFI-Daten mit schweizweiten Karten zum Klima, zur Bodenbeschaffenheit und der Topographie mit einem statistischen Rechenmodell. Damit werden für jede Gehölzart die jeweils geeigneten Waldstandorte errechnet.

Bei Tests wurde das Rechenergebnis mit den tatsächlichen Vorkommen am Boden verglichen. Bei insgesamt 56 der 150 vom LFI erfassten Arten sei die Vorhersage qualitativ gut genug gewesen, um Karten zu erstellen. Projektleiter Andri Baltensweiler von der WSL-Forschungsgruppe GIS macht aber klar: Die Karte zeigt das potenzielle, nicht das tatsächliche Vorkommen von Arten an. Die Karten sind auf dem frei zugänglichen Internetportal WebGIS abrufbar.

Nach Angaben von Baltensweiler hat die Verbreitungskarte der Buch in Kombination mit Satellitenbildern schon bei der Feststellung von Schäden aus dem Trockensommer 2018 geholfen. Weiter Anwendungen seien die Suche nach geeigneten Nistplätzen für gefährdete Insekten, die Bestimmung ökologisch wertvoller Waldflächen oder die Suche nach Lebensraum für Auerhühner durch dichte Verbreitung von Heidelbeersträuchern. Und für Allergiker kann die Verbreitung zum Beispiel von Birken von Bedeutung sein. Forstleuten helfen die Karten, bei der Suche nach Arten, die besonders gefördert werden sollen. gba 

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