Nutzen wir das Momentum der Corona-Krise

04. Mai 2020 08:40

Im Corona-Lockdown finde sich die Weltgemeinschaft einmalig synchronisiert, schreibt der Unternehmer und Ökonom Martin Klöti. Jetzt sei Gelegenheit für eine gerechtere Zukunft etwa durch einen globalen Schuldenerlass. Den gedanklichen Weg dorthin geht er mit einer Erzählung.

von Martin Klöti

Die Tagesschau von SRF zeigt es schier täglich: Nicht nur Italien und nicht nur die Gärtnereien schlittern mit Covid-19 in ein wirtschaftliches Desaster. Die Dimensionen der weltweiten Hilfsprogramme im Zuge von Corona sind historisch, ihre Folgen wiederum komplex, beängstigend, unabsehbar.

Zugleich stellen sie eine grosse Hoffnung und die einmalige Chance auf einen Systemwechsel in Wirtschaft und Gesellschaft darf. Fähndrich hat in den vergangenen Jahrzehnten der Globalisierung keinen Deal ausgelassen und findet sich nun auf der zweitvordersten Bank im Münster. Der Corona-Schock sitzt auch bei ihm tief und im eindringlichen Selbstgespräch lässt er sein Tun und Lassen Revue passieren, dem er sich und alle anderen ein Leben lang unterworfen hat.

„Fähndrich – Und vergib uns“ schildert, wie wir es nicht verpassen sollten, das gegenwärtige Momentum der Corona-Krise für den Übergang in eine grundsätzlich neu aufgestellte, gerechte und nachhaltige Menschheit zu nutzen – im Lockdown einmalig synchronisiert als Weltgemeinschaft. Es ist der Aufruf an die hohe Politik, mit einem globalen Schuldenerlass die Welt aus den selbst gemachten, gewaltigen und verheerenden Verstrickungen zu befreien. Und damit endlich Platz zu machen für die alternativen Lebensentwürfe, die in den Köpfen der Menschen und in zahlreichen, geerdeten Unternehmenskonzepten längst bereit liegen. Wie schnell sich die Natur ihren Platz zurück holt, wenn sich die Menschheit erst mal im Zaun hält, und wie solidarisch die Gesellschaft  wird, wenn sie die Wirtschaft nur nicht davon, haben die vergangenen Wochen weltweit eindrücklich gezeigt.

Mit gedanklichen Ausflügen über die systemischen Verfehlungen im Zuge von Geld und Zeit, übers kollektive Bewussstsein, über konsequent wahrgenommene Verantwortung und über die Kraft der zivilen Courage schafft die Geschichte eine stabile Legitimation für bahnbrechende Regierungserklärungen.

Fähndrich gibt es zum Hören und zum Lesen auch auf www.en-gage.ch.


Martin Klöti, geb. 1959, ist heute Unternehmer für Kreislaufwirtschaft und solidarisches Wirtschaften. Er gründete dafür die Genossenschaft Glärnisch Textil, die aus Hanf nachwachsende Rohstoffe für regional erzeugte Textilien, Baustoffe und weiteres Alttägliches bereitstellt. Der Ermutigung zu solchen und weiteren resilienten Modellen dient seine zweite Initiative ENGAGE Community Empowerment.

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