Nördlich Lägern soll Tiefenlager für radioaktive Abfälle werden

12. September 2022 13:52

Bern/Aarau - Die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle hat sich für Nördlich Lägern als Standort für ein Tiefenlager entschieden. Die Verpackung der Brennelemente soll im Zwischenlager in Würenlingen AG erfolgen. Hier fordert der Kanton Aargau vertiefte Prüfungen.

Die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) hat Nördlich Lägern als Standort für ein geologisches Tiefenlager ausgewählt. Der geologische Untergrund im favorisierten Standortgebiet bietet den Evaluierungen der Nagra zufolge im Vergleich zu den beiden anderen vertieft untersuchten Standortgebieten Jura Ost und Zürich Nordost die besten Bedingungen, erklärt das Bundesamt für Energie (BFE) in einer Mitteilung. Konkret werden dort die Aspekte geologische Barrierewirkung, Stabilität der Gesteinsschichten und Flexibilität für die Anordnung der unterirdischen Einrichtungen genannt. 

Die Verpackung der Brennelemente soll jedoch nicht in Nördlich Lägern, sondern auf dem Areal des bestehenden Zwischenlagers in Würenlingen erfolgen. In der Begründung für ihren Entscheid weist die Nagra auf nutzbare Synergien mit den dort bereits bestehenden Kernanlagen hin, erläutert das BFE. Die Rahmenbewilligungsgesuche für Tiefenlagerstandort und Brennelementverpackungsanlage sollen in etwa zwei Jahren eingereicht werden. 

Im Kanton Aargau nimmt man die Planungen der Nagra zur Kenntniss. Der Vorschlag, das Tiefenlager in Nördlich Lägern zu realisieren, sei „aufgrund vorliegender Daten nachvollziehbar“, schreibt der Regierungsrat des Kantons Aargau in einer entsprechenden Mitteilung. In Bezug auf die geplante Brennelementverpackungsanlage in Würenlingen fordert der Regierungsrat „verschiedene offene sicherheitsrelevante Punkte“ im Verlauf des Verfahrens „vertieft zu prüfen“. hs

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