Neuzulassungen verfehlen Zielwerte klar

05. Juli 2021 14:42

Bern - Der durchschnittliche Energieverbrauch neu zugelassener Autos und Lastwagen ist 2020 gesunken. Auch ihre CO2-Emissionen nahmen ab. Doch verfehlten sie den Zielwert deutlich. Das zeigt die jährliche Erfassung und Auswertung des Bundes.

Das Bundesamt für Energie hat den Energieverbrauch der 2020 neu zugelassenen Personenwagen sowie der Lieferwagen und leichten Sattelschlepper vorgelegt. Alle Werte zeigen die Veränderungen im Vergleich zum Vorjahr an.

Demnach ist 2020 bei Personenwagen der durchschnittliche Energieverbrauch gesunken. Der über alle Antriebsarten hinweg erhobene durchschnittliche Wert reduzierte sich von 6,18 Liter Benzinäquivalent (LBÄ) pro 100 Kilometer um 7,1 Prozent auf 5,74 LBÄ. Die durchschnittlichen CO2-Emissionen lagen mit 123,6 Gramm pro Kilometer um 10,5 Prozent tiefer. Laut einer Medienmitteilung des Bundesamts für Energie ist der gestiegene Anteil der elektrischen Fahrzeuge der Grund dafür. Trotz positiver Trends ist der geltende CO2-Zielwert von 95 Gramm pro Kilometer noch nicht erreicht worden. Deshalb seien bei den Importeuren neuer Personenwagen Sanktionen von insgesamt rund 132,5 Millionen Franken erhoben worden. 2019 waren es noch 78,1 Millionen Franken.

Der Prozentsatz elektrischer Personenwagen unter den Neuzulassungen stieg deutlich von 5,6 Prozent auf 14.4 Prozent. Weil Elektrofahrzeuge schwerer sind als Verbrenner, legte ihr durchschnittliches Leergewicht von 1706 Kilogramm auf 1738 Kilogramm zu. Gleichzeitig sank jedoch der Energieverbrauch pro 1000 Kilogramm Fahrzeuggewicht um 8,8 Prozent. Insgesamt bleibe der Trend in Richtung elektrischer Fahrzeuge „bestimmend für die Effizienzentwicklung der gesamten Flotte“.

Im Jahr 2020 sind pandemiebedingt 24 Prozent weniger Personenwagen zugelassen worden als im Vorjahr. Bei Lieferwagen und leichten Sattelschleppern (LNF) waren es 20 Prozent weniger. In der LNF-Neufahrzeugflotte wurden 89,6 Prozent mit Diesel betrieben. Der Anteil an elektrischen LNF stieg von 1,6 Prozent auf 2,7 Prozent. Die durchschnittlichen CO2-Emissionen der neuen LNF lagen 2020 bei 176,4 Gramm CO2 pro Kilometer (2019: 181,5 Gramm), der durchschnittliche Verbrauch bei 7,76 LBÄ pro 100 Kilometer (2019: 7,95 LBÄ).

Für diese Fahrzeuggruppe gilt seit dem Vorjahr ein CO2-Zielwert von 147 Gramm CO2 pro Kilometer. Auch er wurde deutlich verfehlt: Die durchschnittlichen Emissionen lagen 2019 bei 181,5 Gramm CO2 pro Kilometer. Im Jahr darauf betrugen sie noch 176,4 Gramm CO2 pro Kilometer.

Beim CO2-Ausstoss zeigen die beiden Antriebsarten mit 185,3 Gramm CO2 pro Kilometer bei den Dieselfahrzeugen und mit 133,5 Gramm CO2 pro Kilometer bei den Benzinfahrzeugen erhebliche Unterschiede. Im Vorjahr lagen beide Antriebsarten mit jeweils 184,7 Gramm CO2 pro Kilometer noch gleichauf. Der CO2-Ausstoss ist 2020 somit bei den Dieselfahrzeugen fast unverändert geblieben, während bei den Benzinern eine signifikante Abnahme zu verzeichnen ist. Dieser Effekt ist laut BFE vor allem auf den 2020 stark gesunkenen Anteil direktimportierter Benzin-LNF mit hohem CO2-Ausstoss zurückzuführen. mm

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