Neues Institut sagt Plastik im Meer den Kampf an

09. April 2021 12:19

Würzburg - Das neue Institut für Ozean Plastik Recycling will die Meere von Plastikmüll befreien und die Lücke im Wirtschaftskreislauf schliessen. Als Zwischenschritt plant das Institut eine Tochtergesellschaft in Afrika. In mehreren Ländern soll Plastik zu Strom, Wasserstoff oder Rohöl weiterverarbeitet werden.

Das im November auf Privatinitiative gegründete deutsche Institut für Ozean Plastik Recycling (IFOPR) plant, demnächst mit einer Tochtergesellschaft in Afrika vertreten zu sein. Dort will das Institut unter anderem in Gambia, Ghana, Sierra Leone, Liberia, Togo und Kamerun Maschinen für die nachhaltige Verwertung von Meeresmüll vermitteln und einsetzen. 

Das IFOPR möchte diesen Müll vor Ort auf nachhaltige Weise zu Strom, Wasserstoff oder Rohöl weiterverarbeiten. Wie es in einer Medienmitteilung heisst, seien Wissen und die Technologien dafür bereits vorhanden und müssten nur zum Einsatz gebracht werden.

Das in Würzburg ansässige Institut versteht dies als einen Zwischenschritt auf dem Weg zu seinem Hauptziel, einen skalierbaren Lösungsansatz gegen die Vermüllung der Weltmeere zu entwickeln. Die beiden Gründer Peter Bales und Herbert Hornung, beide erfahrene Unternehmer, verstehen sich als die Verantwortlichen für die Projektierung dieses auf zehn Jahre angelegten Pilotprojekts „Silicon Harbour“.

Dafür sollen Schiffe zwischen dem grössten Müllstrudel der Welt, dem Great Pacific Garbage Patch, und dem noch zu bestimmenden europäischen IFOPR-Hafen pendeln. Als mögliche Standorte werden auf der Internetseite Litauen, Portugal und Griechenland genannt. Der aufgenommene und an Bord in Container gepresste Müll wird in der Recyclinganlage sortiert und zu Granulaten verarbeitet. Unternehmen im angeschlossenen Industriepark verarbeiten das Granulat zu nachhaltigen Produkten, die mit dem IFOPR-Siegel versehen werden.

Für die Entwicklung der Press- und Recyclingtechnik sowie für das Containersystem und die Logistik sind bisher die Fraunhofer Einrichtung für Wertstoffkreisläufe und Ressourcenstrategie, das Süddeutsche Kunststoffzentrum und die Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt an Bord. Zur Kalkulation und Planung wurden Gespräche mit Maschinenbaufirmen wie ThyssenkruppKion Group und Presto aufgenommen. 

Derzeit bemüht sich das Institut um finanzielle Förderung durch die Bundesrepublik Deutschland und die EU. mm

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