Neuer COVID-19-Antikörper geht in klinische Prüfung

08. September 2021 10:05

Bellinzona - Das Institut für biomedizinische Forschung an der Universität der italienischen Schweiz tritt mit seinem Antikörper gegen das neuartige Coronavirus in die Phase der klinischen Prüfung ein. Im Labor ist es gegen alle bekannten Varianten des Virus wirksam.

Der vom Institut für biomedizinische Forschung (Istituto di Ricerca in Biomedicina, IRB) entwickelte Antikörper gegen SARS-CoV-2 wird nun am Menschen geprüft. Das IRB ist der Universität der italienischen Schweiz (USI) angegliedert. Der vom IRB entwickelte Antikörper hat bisher alle Labortests gegen sämtliche bekannten Varianten des neuartigen Coronavirus „mit Bravour bestanden“, so IRB-Gruppenleiter Luca Varani in einer Medienmitteilung der USI. Über die Entdeckung dieses Antikörpers haben beide Institutionen im Januar dieses Jahres berichtet.

Dieser Antikörper unterscheidet sich von allen anderen derzeit verfügbaren, weil er bispezifisch ist. Das heisst, dass zwei Antikörper in einem einzigen Molekül kombiniert sind. Laut Mitteilung verhindert er die Bildung neuer Virusvarianten und ist aufgrund seiner Konstruktion in der Lage, künftigen Virusmutationen zu widerstehen.

„Es ist sehr aufregend zu sehen, wie ein von unseren Forschungsgruppen hier in der italienischen Schweiz entwickelter Antikörper in die klinische Phase eintritt“, so Varani, „umso mehr, als wir dies ohne die finanziellen Mittel geschafft haben, die grossen Pharmaunternehmen normalerweise zur Verfügung stehen“. Es sei noch ein langer Weg, „aber wir haben es geschafft, den Ball ins Rollen zu bringen“.

Nach den Worten des IRB-Direktors Davide Robbiani zeige dieses Projekt, „dass die in den Labors in Bellinzona gemachten Entdeckungen das Potenzial haben, rasch in Medikamente umgewandelt zu werden“. Nun arbeite das IRB mit den klinischen Forschern des Onkologischen Instituts der Südschweiz (IOSI-EOC) zusammen. So wollen sie sicherstellen, dass die klinische Prüfung auch in der italienischen Schweiz durchgeführt wird. Denn so entstünden laut Robbiani neue Synergien zwischen den Beteiligten in der Region.

Der Antikörper der zweiten Generation wurde vollständig mit öffentlichen europäischen Mitteln entwickelt. Auch die Kosten der ersten klinischen Studien der Phase I werden durch einen speziellen EU-Zuschuss in Höhe von 2,5 Millionen Euro gedeckt. mm

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