Neue Pumpe der EPFL bringt Robotik voran

15. August 2019 13:15

Lausanne - Forscher der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) haben eine kleine Pumpe entwickelt. Diese kann für den Betrieb von flexiblen sogenannten Softrobotern genutzt werden. Zudem sind Anwendungen bei Exoskeletten und intelligenter Kleidung möglich.

Softroboter können sich an ihre Umgebung anpassen, mit zerbrechlichen Objekten hantieren und sicher mit Menschen umgehen, beschreibt die EPFL die Vorteile der aus Silikon oder Gummi hergestellten Softroboter. Damit sich die Softroboter oder Teile davon bewegen, wird Flüssigkeit durch eine Pumpe bewegt. Bislang waren diese Pumpen meist laut und unbeweglich. Das haben die Forscher der EPFL nun geändert.

Ihre neu entwickelte Pumpe wiegt gerade einmal 1 Gramm, ist komplett geräuschlos und flexibel. Zudem benötigt sie nur sehr wenig Strom. Die EPFL-Forscher von Soft Transducers Laboratory (LMTS) und Laboratory for Intelligent Systems (LIS) haben dazu mit Kollegen vom Shibaura Institute for Technology in Tokio zusammengearbeitet. Eine Studie über ihre Entwicklung ist in der Fachzeitschrift „Nature“ veröffentlicht worden.

Um grössere Roboter mit der Errungenschaft auszurüsten, können auch einfach mehrere Pumpen miteinander verbunden werden. Zudem können die Softroboter durch die EPFL-Pumpe von ihren Verbindungsleitungen befreit werden, die bislang für den Betrieb notwendig waren. „Wir betrachten dies als einen Paradigmenwechsel für den Bereich der Softroboter“, wird Herbert Shea in der Mitteilung zitiert, Leiter des LMTS.

Neben Softrobotern für vielfältige Anwendungen kann die dehnbare und flexible Mini-Pumpe auch in Exoskeletten und in intelligenter Kleidung eingesetzt werden. Solche Exoskelette können beispielsweise den Träger bei schweren Arbeiten unterstützen. In intelligenter Kleidung könnte die Pumpe eine Kühlung oder eine Erwärmung an verschiedenen Stellen der Textilien ermöglichen. Die EPFL-Forscher haben bereits einen Textilhandschuh entsprechend ausgestattet, um die Funktionen zu demonstrieren. An diesen Anwendungen zeigen auch bereits mehrere Firmen Interesse, wie es in der Mitteilung heisst. jh

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