Neue Immuntherapie gibt Hoffnung bei Leukämie

11. Mai 2020 12:00

Zürich - Einem Team von Zürcher Forschenden und Ärzten ist die Entwicklung einer Immuntherapie gegen Leukämie gelungen. Sie eliminiert selektiv Krebs- und Blutstammzellen. Dadurch könnten Chemotherapien mit ihren erheblichen Nebenwirkungen ersetzt werden.

Eine neue Immuntherapie gegen die akute myeloische Leukämie (AML) soll laut einer Medienmitteilung baldmöglichst an Menschen geprüft werden. Sie wurde von einem Team aus Wissenschaftlern und Ärzten der Universität Zürich (UZH), des Universitätsspitals Zürich (USZ) und der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) entwickelt. In Labor- und Tierversuchen schaltete sie gezielt Leukämie- und Blutstammzellen aus. Andere Zellen und Gewebe wurden dabei nicht angegriffen. 

„Funktioniert unsere Methode auch beim Menschen, könnte sie die Chemotherapie mit ihren schweren Nebenwirkungen ersetzen, was für Patienten mit akuter myeloischer Leukämie oder anderen Blutstammzell-Erkrankungen ein grosser Gewinn wäre“, erklärt Studienleiter Markus Manz, Medizinprofessor der UZH und Direktor der Klinik für Medizinische Onkologie und Hämatologie am USZ.

Diese Methode nutzt die neuartige Zelltherapie namens CAR-T. Dabei werden menschliche Immunzellen durch genetische Veränderung mit einem Rezeptor ausgestattet. Durch diesen können sie gezielt nur an die Leukämie- und die gesunden Blutstammzellen andocken und zerstören sie. Das schafft Platz für die neuen zu transplantierenden Spenderzellen. Damit die CAR-T-Zellen diese nicht auch abtöten, werden sie vor der Transplantation deaktiviert.

Markus Manz ist zuversichtlich, dass diese Therapie auch beim Menschen wirksam sein kann: „Das Prinzip funktioniert: Es ist möglich, mit hoher Präzision die Leukämie- und Blutstammzellen in einem lebenden Organismus zu eliminieren.“ Sobald die präklinischen Arbeiten abgeschlossen sind, will Manz die neue Immuntherapie am Menschen testen. mm

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