Neue Entdeckung könnte bei Schlafkrankheit helfen

14. September 2018 09:34

Zürich - Forscher der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich haben gemeinsam mit Kollegen aus Bern die Struktur vom Erreger der Schlafkrankheit aufgeklärt. Ihre Ergebnisse könnten zu neuen Therapien führen.

Ribosomen haben die Aufgabe, die Baupläne für Proteine abzulesen und in Proteine zu übersetzen. Forscher der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) haben nun gemeinsam mit Kollegen von der Universität Bern mithilfe der Kryo-Elektronenmikroskopie die Struktur von ganz speziellen Ribosomen aufgeklärt. Diese kommen in den Mitochondrien von Trypanosoma brucei vor, einem parasitären Einzeller, der die Schlafkrankheit verursacht.

Die Forscher haben festgestellt, dass diese speziellen Ribosomen, sogenannte Mitoribosomen, grösser sind als andere Ribosomen und zudem vorwiegend aus Proteinen bestehen. Andere Ribosomen weisen dagegen eher einen hohen Ribonukleinsäuren (RNA)-Anteil auf.

„Vergleicht man die Architektur der vor allem aus Proteinen bestehenden trypanosomalen Mitoribosomen mit der RNA-basierten Ribosomenarchitektur anderer Organismen, kann man die grundlegendsten funktionellen Elemente und Bausteine definieren, die von allen Ribosomen geteilt werden“, erklärt ETH-Professor Nenad Ban in einer Mitteilung. Mitoribosomen sind also anders aufgebaut als andere Ribosomen, haben aber im Grunde die gleiche Funktion.

Die Erkenntnis der Forscher könnte zu neuen Therapieansätzen für die Schlafkrankheit führen. Denn Mitoribosomen  sind für  das Überleben der Trypanosomen – dem Erreger der Schlafkrankheit – wichtig. Es könnten nun etwa Substanzen gefunden werden, die gezielt Mitoribosomen hemmen und so als Medikament dienen. ssp

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