Neu entdecktes Protein ermöglicht Virusinfektion

18. Dezember 2019 08:56

Zürich - Forschende der Universität Zürich haben ein Protein entdeckt, das die Infektion mit Adenoviren erst möglich macht. Nun ist der Weg frei, Wege zur Blockierung dieses Proteins zu entwickeln und immungeschwächten Menschen zu helfen.

Ein Protein entscheidet über den Erfolg oder Misserfolg der Infektion mit Adenoviren. Das ist die bahnbrechende Entdeckung von Forschenden der Universität Zürich (UZH). Laut einer Medienmitteilung der UZH hat die Forschergruppe von Urs Greber, Professor am Institut für Molekulare Biologie der UZH, dieses Protein erstmals in menschlichen Zellen identifiziert. Dabei handelt es sich um die Ubiquitin-Ligase Mind Bomb 1 (Mib1). „Das Eiweiss steuert zielgenau, wie Adenoviren ihre DNA enthüllen und in den Zellkern entladen – was für eine erfolgreiche Infektion zwingend ist“, wird Greber zitiert. Wenn dieses Protein fehlt oder nicht funktioniert, können die Viren zwar bis zum Zellkern vordringen, bleiben aber an den äusseren Strukturen der Zellkernhülle hängen. „Damit eröffnet sich ein neuer Weg, um anti-virale Therapien zu entwickeln, die Mib1 blockieren“, so Greber. Denn wirksame Medikamente gegen diese weit verbreitete Viren gibt es bisher nicht. 

Die Suche nach dem „Türöffner am Zellkern-Eingang“ war aufwändig. Gefunden haben die Forschenden das Protein, indem sie in menschlichen Zellen des Lungenepithels die meisten Gene einzeln ausschalteten. In jedem Fall prüften sie dann, ob Adenoviren die Zellen infizieren können oder nicht.

Adenoviren sind bei Menschen und zahlreichen Tierarten weit verbreitet. Sie können zwar Entzündungen verursachen, sind bei normaler Gesundheit aber nicht gefährlich. Oftmals nisten sie sich auch über viele Monate unbemerkt in Immunzellen ein, ohne Zellen und Gewebe zu schädigen. Bei einer Immunschwäche hingegen können Adenoviren leicht auf andere Zellen übergreifen und für Betroffene lebensbedrohlich werden. mm

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