Netzbetreiber holen dezentrale Stromquellen in den Regelmarkt

17. Dezember 2020 13:47

Aarau - Dezentrale Stromquellen sollen besser in den Netzbetrieb integriert werden. Dazu schaffen Swissgrid, der niederländisch-deutsche Netzbetreiber TenneT und die italienische Terna das Gemeinschaftsunternehmen Equigy. Die Plattform soll die Effizienz im Markt für Regelenergie steigern.

Drei europäische Betreiber von Übertragungsnetzen wollen dezentrale Stromquellen künftig besser in den Netzbetrieb integrieren. Dafür haben Swissgrid, die niederländisch-deutsche TenneT und die italienische Terna bereits im April die Plattform Equigy gegründet. Equigy ist auf Blockchain basiert und soll die Integration von kleinen, dezentralen Einheiten in den Prozess der Netzregelung europaweit standardisieren, schreiben sie in einer Mitteilung.

Die drei Netzbetreiber haben in diesem Jahr das Konzept mit Pilotprojekten getestet. So hat Swissgrid in der Schweiz zusammen mit Alpiq einen Batteriespeicher mit einer Leistung von 1,2 Megawatt zum Ausgleich von Stromschwankungen eingesetzt. Das Pilotprojekt wurde im August abgeschlossen und soll 2021 operationalisiert werden, schreibt Swissgrid in einer Mitteilung. Das Energieunternehmen ENGIE wiederum hat einen Windpark mit einer Leistung von 27 Megawatt über Equigy in das Netz eingebracht. TenneT hat mit dem deutschen Heizungshersteller Viessmann die Integration von Wärmepumpen in das System getestet.

Swissgrid, TenneT und Terna haben aufgrund der positiven Erfahrungen aus den Pilotprojekten beschlossen, die Plattform in ein Gemeinschaftsunternehmen einzubringen. Der Verwaltungsrat von Equigy wird von Rainer Mühlberger präsidiert, derzeit noch Technologiechef und stellvertretender CEO bei Swissgrid. stk 

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