Neobanken sind im Aufwind

13. August 2020 10:50

St.Gallen/Winterthur - Die Universität St.Gallen und die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften legen zum dritten Mal ihren Swiss Payment Monitor vor. Dabei zeigt sich der Zuspruch für online tätige Neobanken und die Ablehnung für eine Abschaffung von Bargeld.

Bereits 10 Prozent der Schweizer haben schon einmal eine sogenannte Neobank genutzt, heisst es in einer Medienmitteilung zum neuen Swiss Payment Monitor von Universität St.Gallen (HSG) und Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW). Damit zeige sich, dass die Anbieter neuer Online-Bankdienstleistungen auf dem Vormarsch seien. Nutzer würden die Neobanken dabei als Ergänzung zum klassischen Angebot der Banken betrachten. „Neobanken fungieren aktuell also vor allem als Nischenprodukte, insbesondere für das Bezahlen auf Reisen im Ausland“, wird dazu Tobias Trütsch zitiert, Zahlungsökonom der Universität St. Gallen. Somit nutzen drei Viertel der Neobank-Kunden deren Angebote zusätzlich.

Die britische Neobank Revolut hat mit 26 Prozent in der Schweiz den höchsten Bekanntheitsgrad. Hinsichtlich der Sicherheitswahrnehmung haben hingegen die beiden Schweizer Anbieter Zak und Neon die Nase vorn. 

Für den Swiss Payment Monitor sind 1200 Personen zwischen 18 und 65 Jahren befragt worden. Sie haben auch ihre Meinung zum Thema Bargeld geäussert. Für drei Viertel von ihnen ist eine Abschaffung „keine Option, die Hälfte lehnt sie sogar gänzlich ab“, heisst es in der Mitteilung. „Die Hauptargumente gegen eine Abschaffung sind aus Sicht der Befragten vor allem der Verlust der Wertigkeit von Geld, die mangelnde Kontrolle über die eigenen Finanzen, die technologische Abhängigkeit sowie diverse Sicherheitsbedenken, beispielsweise Cyberrisiken oder technische Störungen“, sagt dazu Zahlungsmittelexperte Sandro Graf von der ZHAW.

Drei Viertel der Befragten sagten, dass sie gerne selber wählen möchten, ob sie Bargeld oder andere Zahlungsmittel nutzen. So wird mit einer Debitkarte auch mehr Geld ausgegeben (28 Prozent) als mit Bargeld (23 Prozent). Bei den Transaktionen liegt das Bargeld mit 45 Prozent aber weiter vorne. In beiden Kategorien hat das Bargeld seit dem letztjährigen Swiss Payment Monitor jeweils 3 Prozent eingebüsst. jh

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