Naville rechnet nicht mit Freihandelsabkommen unter Biden

09. November 2020 13:58

Zürich - Martin Naville erwartet nicht, dass die Schweiz während der Präsidentschaft Bidens mit den USA ein Freihandelsabkommen schliessen kann. Es werde schwieriger, den Schweizer Interessen in den USA Gehör zu verschaffen, sagt der Chef der Handelskammer Schweiz-USA in einem Interview.

Die Schweiz hat mit einem Präsidenten Joe Biden keine Chance auf ein Freihandelsabkommen mit den USA, sagt Martin Naville in einem Interview mit der „Neuen Zürcher Zeitung“. „Das können wir vergessen, da wird sich die nächsten Jahre nichts bewegen“, so der CEO der Handelskammer Schweiz-USA. „Es gibt bei den Demokraten niemanden, der sich für Freihandel einsetzt.“ Zudem hatte die Schweiz unter Präsident Donald Trump „ausgezeichnete Kontakte“ zur Regierung in Washington. „Das werden wir unter Präsident Biden verlieren.“

Naville ist zwar nicht „allzu besorgt“ über eine Regierung Biden. Künftig werde es „viel schwieriger werden, der Schweizer Position in Washington Gehör zu verschaffen“. Das grösste Risiko bestehe darin, dass die neue Regierung die Pharmapreise senken werde und darunter die Schweizer Pharmaunternehmen litten. Aber noch jeder Präsident habe die Senkung der Preise angekündigt, ohne dass etwas geschehen sei.

Generell werde die Regierung Biden aber ihre Aufmerksamkeit auf die Innenpolitik richten. Für die Verbündeten im Westen werde sie nur „warme Worte“ übrig haben. stk

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