Nationalbank steigt aus Kohle aus

17. Dezember 2020 15:35

Zürich - Die Schweizerische Nationalbank will nicht mehr in Unternehmen investieren, die vor allem in der Kohleförderung tätig sind. Zusammen mit der Finanzmarktaufsicht will sie zudem die Risiken des Klimawandels für die Grossbanken identifizieren.

Die Diskussion über die Rolle der Finanzmärkte für den Klimawandel hat die Nationalbank (SNB) erreicht. Diese beschäftige sich „bereits seit längerem intensiv mit diesem Thema“, sagte SNB-Präsident Thomas Jordan laut seinem Redetext an einer Pressekonferenz am Donnerstag. Die SNB werden nun auch Klimaaspekte in die Ausschlusskriterien ihrer Anlagepolitik einbeziehen. „Wir haben deshalb entschieden, neu sämtliche Unternehmen, die primär Kohle abbauen, aus unseren Portfolios auszuschliessen“, sagte Jordan.

Die SNB investiert bereits seit 2013 nicht in Unternehmen, die entweder die Umwelt gravierend schädigen, Menschenrechte verletzen oder geächtete Waffen herstellen, sagte Jordan. 

Die Nationalbank will zudem die Folgen des Klimawandels für die Volkswirtschaft und für die Finanzstabilität abschätzen. In einem Pilotprojekt arbeitet sie dabei mit der Finanzmarktaufsicht zusammen. Dabei sollten „Risikokonzentrationen der Grossbanken gegenüber Sektoren“ identifiziert werden, welche stark von künftigen klimapolitischen Regulierungen betroffen sein könnten. stk

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