Nachhaltigkeit von KMU soll einheitlich bewertet werden

05. Juni 2020 11:25

Zürich - Das Zentrum für Unternehmensverantwortung und Nachhaltigkeit (CCRS) der Universität Zürich hält ein externes Bewertungssystem der Nachhaltigkeitsleistung von KMU für sinnvoll. Es würde die Mess- und Vergleichbarkeit innerhalb einer Region und Industrie ermöglichen.

Das CCRS hat ein Arbeitspapier vorgelegt, das die Systeme und Instrumente zur Bewertung der Nachhaltigkeit von Firmen untersucht. Der besondere Fokus liegt auf KMU. Diese Analyse will klären, inwieweit existierende Bewertungssysteme zur Erfassung und Bewertung der Bereiche Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (Environmental, Social, Governance/ESG) auch für KMU dienlich sind. 

Nach den Worten seiner Autorin Isabelle Schluep zeigt dieser Bericht, dass es zwar eine breite Palette von Bewertungsinstrumenten gibt, diese jedoch meistens von Unternehmen selbst definiert werden. Das erschwere die Mess- und Vergleichbarkeit der Nachhaltigkeitsleistung. Proprietäre Massstäbe begünstigten „auch nicht unbedingt“ Kriterien wie Transparenz, Messbarkeit und Repräsentativität, schreibt Schluep.

Eine praktikable und offen zugängliche ESG-Bewertungsplattform für KMU könnte helfen, „die gegenwärtigen Nachteile auf effektive Weise anzugehen“, heisst es auch in einer Mitteilung des CCRS. So könnten etwa nicht-finanzielle Kriterien in die Bewertung der Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens einfliessen.

Wie es in dem Arbeitspapier weiter heisst, wachse zudem die Erwartung, dass der gesamte Fussabdruck entlang der Wertschöpfungskette bei Anlage- und Kreditentscheiden berücksichtigt wird. Auch KMU-Kunden und KMU-Mitarbeitende hätten den Anspruch, dass ESG-Kriterien gemessen und bewertet werden.

Damit eine Nachhaltigkeitsbewertung für KMU unternehmensrelevant werde, müsse sie jedoch praktikabel und über das direkte KMU-Umfeld hinaus aussagekräftig sein. Andernfalls lohne sich der Aufwand kaum, so die Autorin. mm

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