Multis sorgen sich um Standort Schweiz

15. November 2016 15:23

Zürich - Attraktive Steuerbedingungen, die Nähe zu Hochschulen sowie die hohe Lebensqualität ziehen viele multinationale Konzerne in die Schweiz. Viele der Unternehmen beurteilen die Rahmenbedingungen in der Schweiz jedoch zunehmend skeptisch, zeigt eine Studie.

Eine der Hauptgründe für die Ansiedlung multinationaler Konzerne in der Schweiz ist das Steuerregime. Laut einer Studie des Beratungsunternehmens KPMG und der Business School IMD sind sich viele Unternehmen jedoch nicht sicher, ob das Steuersystem auch in Zukunft ein Standortvorteil sein wird. Nur noch 42 Prozent der rund 850 befragten internationalen Unternehmen gaben an, dass das Schweizer Steuersystem auch in Zukunft einen wichtigen Standortvorteil darstellen wird.

Eine grosse Herausforderung sehen Unternehmen zudem in den Lohnkosten. Diese seien vor allem im mittleren Kader stärker gestiegen als in anderen vergleichbaren Wirtschaftsstandorten. Viele Unternehmen fürchten zudem um das flexible Schweizer Arbeitsrecht. Nur 47 Prozent der multinationalen Konzerne glauben, dass die Schweiz diesen Wettbewerbsvorteil in den nächsten drei Jahren noch behalten kann. Fast 30 Prozent gaben an, dass zunehmende Regulierung der Arbeitsverhältnisse die Geschäftstätigkeit in der Schweiz in Zukunft erschweren werde. Zudem sind Unternehmen um die Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative besorgt. Neben den negativen Folgen einer Einschränkung der Personenfreizügigkeit mit der EU sehen sie auch die Attraktivität der Schweiz für hoch qualifizierte Arbeitskräfte aus Drittstaaten in Gefahr.

Als wichtige Vorzüge der Schweiz werden auch die Lebensqualität, die gute Infrastruktur, die zentrale geographische Lage und die Nähe zu Hochschulen genannt. Obwohl auch die Innovationskraft der Schweiz zu den Stärken zählt, glauben nur nur 44 Prozent der Befragten, dass ihre Unternehmen aufgrund des Standortes Schweiz innovativer werden.  ssp

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