Motion für E-Collecting an Kantonsrat überreicht

02. Juli 2020 11:09

Schaffhausen - Eine Volksmotion fordert, dass Volksbegehren im Kanton Schaffhausen künftig auch per sogenanntem E-Collecting elektronisch unterzeichnet werden können. Die beiden Initianten haben dem Kantonsrat jetzt die dafür notwendigen Unterschriften übergeben.

Die Motionäre Sandro Scalco und Claudio Kuster wollen erreichen, dass das Wahlvolk im Kanton Schaffhausen auch elektronisch über Referenden und Volksinitiativen abstimmen kann. Am Mittwoch haben sie dem Kantonsratssekretariat die dafür notwendige Anzahl von mindestens 100 Unterschriften übergeben. Insgesamt haben 140 Wahlberechtigte unterschrieben.

Wie Kuster gegenüber den „Schaffhauser Nachrichten" erklärt, sei der Kanton für das elektronische Sammeln von Unterschriften prädestiniert: „Schaffhausen hat mit der eID+ als erster Kanton eine eigene elektronische Identitätslösung eingeführt. Allerdings wird diese erst von rund 1000 Personen genutzt, weil es noch an attraktiven Anwendungen fehlt.“ Auch deshalb sei es sinnvoll, wenn die bestehende Infrastruktur erweitert werde. Er hält es für wichtig, „dass wir in Zukunft junge Leute, die im digitalen Umfeld aufgewachsen sind, politisch abholen können.“

„Das wäre viel günstiger, einfacher und schneller“, hatte Scalco der deutschen Wochenzeitung „Die Zeit“ im vergangenen September gesagt. Dass die Schweiz noch keine elektronische Identität kenne, sei, so der Informatiker Scalco, nicht nur ein Frage der Technik, sondern allem voran Kopfsache.

Am Anfang der Volksmotion stand die Masterarbeit von Scalco. Darin untersuchte er die Voraussetzungen für die Einführung von elektronischen Unterschriftensammlungen mittels der Schaffhauser eID+. Mit shCollect entwickelte er im Anschluss eine App, die zeigt, wie es gehen könnte. Im März wird mit dem Sammeln der Unterschriften für diese Initiative begonnen – noch auf Papier. mm

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