Mehrheit würde Tracking-App nutzen

13. Mai 2020 10:20

Zürich - Die Mehrheit der Schweizer Bevölkerung wäre bereit, freiwillig eine Tracking-App zu nutzen. Allerdings würden die meisten Menschen nur einer App vertrauen, die vom Bund oder den Kantonen herausgegeben wird. Dies zeigt eine Umfrage der Universität Zürich.

Theoretisch könnte der Bund die Bevölkerung zur Nutzung einer Tracking-App verpflichten, um die Verbreitung des Coronavirus zu verfolgen und zu bekämpfen. Wie bei anderen Corona-Massnahmen könnte er sich dabei auf das Epidemiengesetz stützen. Allerdings wäre das ein weitgehender Eingriff in die Privatsphäre . Die Installation und die Nutzung einer solchen App soll deshalb –  zumindest nach heutigem Stand – freiwillig erfolgen, wie die Universität Zürich in einer Mitteilung schreibt.

Die Universität hat im April eine Umfrage durchgeführt, um die Akzeptanz der Bevölkerung für eine Tracking-App, die Standortdaten und Informationen über ihren Gesundheitszustand erfasst, zu messen. Die nun vorliegenden Ergebnisse zeigen, dass fast drei Viertel der Schweizerinnen und Schweizer (72 Prozent) bereit wären, eine solche App zu installieren.

Untersucht wurde auch, welche Rolle der Herausgeber der App bei der Akzeptanz spielt. Die Ergebnisse zeigen, dass die Mehrheit der Befragten (54 Prozent) nur einer App vertrauen würde, die vom Bundesrat herausgegeben wird. Jeweils ungefähr ein Drittel würde auch eine vom Bundesamt für Gesundheit (33 Prozent) beziehungsweise von der eigenen Kantonsregierung (28 Prozent) herausgegebene App installieren. Allerdings würden nur 16 Prozent eine App nutzen, die von der eigenen Gemeinde herausgegeben wird. Ausserdem würden nur 15 Prozent einer App vertrauen, welche von einer Krankenkasse herausgegeben wird und nur 12 Prozent würden eine App von einer gemeinnützigen Organisation nutzen. ssp

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