Magnetische Bakterien transportieren Arzneien

08. Dezember 2020 11:57

Zürich - Auf natürliche Weise magnetische Bakterien könnten im menschlichen Körper so gesteuert werden, dass sie wie eine Mikropumpe funktionieren. Damit wäre es laut ETH-Forschenden möglich, dass sie Wirkstoffe aus ihrer flüssigen Umgebung, etwa der Blutbahn, ins Tumorgewebe transportieren.

Ein Team der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) arbeitet an einer neuen Methode, die medizinische Wirkstoffe im Organismus möglichst präzise dorthin bringt, wo sie benötigt werden. Simone Schürle, ETH-Professorin am Departement Gesundheitswissenschaften und Technologie, und ihr Team haben laut einer Mitteilung der ETH untersucht, wie sich Bakterien über Magnetfelder ausserhalb des Körpers steuern lassen. Dabei setzen sie ein Bakterium der Gattung Magnetospirillum ein, das von Natur aus Eisenoxid-Kristalle enthält und daher magnetisch ist.

Mit vielen Bakterien in einem Schwarm sei es möglich gewesen, die sie umgebende Flüssigkeit zu bewegen. Dabei hätten die Bakterien einen ähnlichen Effekt erzeugt wie eine Mikropumpe. So seien sie in der Lage, in der Flüssigkeit vorhandene Wirkstoffe in verschiedene Richtungen zu bewegen, etwa aus der Blutbahn heraus ins Tumorgewebe. Simulationen hätten gezeigt, dass man diese Pumpaktivität punktgenau auf eine kleine Region reduzieren kann.

Nun müsse in weiteren Projekten erforscht werden, ob es sicher ist, solche Bakterien im menschlichen Körper einzusetzen, heisst es in der Mitteilung weiter. Denkbar sei auch, Bakterien mit optimalen Eigenschaften mittels synthetischer Biologie zu konstruieren. Schürle könne sich auch vorstellen, Bakterien abzutöten, bevor sie in den Organismus eingebracht werden. mm

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