Lohnlücke zwischen Frauen und Männern wird grösser

22. Februar 2021 10:45

Bern - Frauen haben 2018 durchschnittlich 19 Prozent weniger verdient als Männer. Damit stieg diese Lohnlücke im Vergleich zu den Vorjahren an, im öffentlichen Sektor stärker als im privaten. Je nach Branche liegen die Lohnunterschiede zwischen 8 und 33 Prozent.

Die Lohndifferenzen zwischen Männern und Frauen haben von 2014 bis 2018 kontinuierlich zugenommen. Verdienten Frauen 2014 in der Gesamtwirtschaft im Mittel noch 18,1 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen, so wuchs diese Lohnlücke im Jahr 2018 auf 19 Prozent. Das geht aus einer Analyse des Bundesamts für Statistik hervor. 

Im privaten Sektor belief sich die durchschnittliche Lohndifferenz zwischen den Geschlechtern auf 19,6 Prozent. Damit blieb sie im genannten Zeitraum etwa gleich. Grosse Unterschiede waren zwischen den verschiedenen Wirtschaftszweigen festzustellen. So betrug er im etwa Gastgewerbe 8,1 Prozent, im Detailhandel 17,7, in der Maschinenindustrie 21,7 und im Kredit- und Versicherungsgewerbe 33,4 Prozent. Während die Lohnlücke im privaten Sektor zwischen 2014 und 2018 insgesamt gleich blieb, wuchs sie im gesamten öffentlichen Sektor um 1,5 auf 18,1 Prozent.

2018 waren in der Gesamtwirtschaft 60,9 Prozent aller Arbeitnehmenden, die im Monat unter 4000 Franken brutto für eine Vollzeitstelle verdient haben, Frauen (2016: 63,2 Prozent). Hingegen waren 81,2 Prozent der Arbeitnehmenden mit einem Bruttoeinkommen von mehr als 16'000 Franken Männer.

Dabei lasse sich ein Teil dieser Lohnunterschiede auf strukturelle Faktoren wie Alter, Ausbildung und Dienstjahre zurückführen, heisst es in der Analyse. Doch wuchs der unerklärte Anteil der Lohnunterschiede von 42,4 Prozent im Jahr 2014 auf 45,4 Prozent im Jahr 2018. Dieser unerklärte Teil belief sich im Gastgewerbe pro Monat auf 196 Franken, in der Maschinenindustrie auf 931 und im Kredit- und Versicherungsgewerbe auf 1324 Franken. mm

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