Lockdown-Massnahmen treffen mittelreiche Länder am stärksten

15. Juli 2020 14:28

St.Gallen - Eine internationale Gruppe von Forschern unter Mitwirkung der Universität St.Gallen hat die Auswirkungen von Lockdown-Massnahmen auf Beschäftigung und Wertschöpfung unterschiedlicher Länder untersucht. Länder mit mittlerem Einkommen sind am stärksten betroffen.

Zur Bekämpfung der Verbreitung des Coronavirus sind in 114 Ländern Betriebsschliessungen und Heimarbeit angeordnet worden, erläutert die Universität St.Gallen (HSG) in einer Mitteilung. Eine Gruppe von Forschern der HSG, der Universität Edinburgh, der McGill University aus Montreal und der amerikanischen Duke University hat die Auswirkungen dieser Massnahmen auf die Beschäftigung und die Wertschöpfung eines Spektrums von Ländern untersucht.

Dabei wurden zum einen die unterschiedlichen Fähigkeiten der Länder zur Arbeit von zu Hause erfasst. Zum anderen wurde die spezifische Zusammensetzung der Branchen der Länder ermittelt. Diese beiden Parameter sind nach Ansicht der Forscher dafür verantwortlich, dass auf dieselben Branchen abzielende Lockdown-Massnahmen in unterschiedlichen Volkswirtschaften verschiedene Auswirkungen haben können.

Den Erhebungen der Forscher zufolge haben arme Länder ein geringeres Potenzial an Berufen, die für die Arbeit von zu Hause aus geeignet sind. Allerdings konzentriert sich die Beschäftigung in solchen Ländern auf systemrelevante Branchen, die von den Lockdown-Massnahmen ausgenommen wurden. Reiche Länder hingegen „haben eine deutlich höhere Fähigkeit zur Arbeit von zu Hause aus, was den Einbruch bei Beschäftigung und Bruttoinlandprodukt aufgrund des Lockdowns in nicht systemrelevanten Branchen abmildert“, schreibt die HSG. Länder mit mittlerem Einkommensniveau verzeichneten dagegen „die stärksten Rückgänge, da sie einen vergleichsweise grossen Beschäftigungsanteil in nicht systemrelevanten Branchen sowie eine vergleichsweise geringe Fähigkeit zur Arbeit von zu Hause aus aufweisen“. hs

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