Libra fordert Finanzplatz heraus

16. Juli 2019 14:22

Zürich - Facebooks Kryptowährung Libra sei ein Weckruf für die Banken, sagt Carmen Walker Späh in einem Interview. Die Zürcher Volkswirtschaftsdirektorin lobt auch die Ansiedlungsstrategie der Greater Zurich Area.

Der Finanzplatz Zürich steht vor einer Herausforderung. „Libra ist ein Weckruf für die Banken“, sagt Carmen Walker Späh in einem Interview mit der „Neuen Zürcher Zeitung“. Die Banken seien zwar gut aufgestellt und arbeiteten bereits mit Start-ups zusammen. „Aber dies wird nicht genügen“, so die Zürcher Volkswirtschaftsdirektorin. Die Banken dürften sich auch nicht hinter Regulierungen verstecken, um sich vor der neuen Konkurrenz zu schützen. „Die neuen Geschäftsmodelle kommen, ob es uns passt oder nicht. Sie werden sich auch auf das Bankengeschäft disruptiv auswirken.“ 

Dabei gehe die Blockchain-Technologie über die Kryptowährungen hinaus. Diese Technologie sei revolutionär und werde nicht verschwinden. Walker Späh verweist dabei auf den Blockchain-Hub Trust Square an der Zürcher Bahnhofstrasse. Dieser habe unter anderem B3i angezogen, das Blockchain-Konsortium grosser Versicherungen. Zürich habe dabei im Wettbewerb mit Singapur gestanden. „Sie kamen nach Zürich, weil das Umfeld für sie hier stimmte – mit der ETH, der Universität Zürich und den hier ansässigen Versicherungen.“

Carmen Walker Späh lobt auch die Ansiedlungsstrategie der Greater Zurich Area. Diese sei nicht darauf ausgerichtet, möglichst viele Unternehmen anzusiedeln, sondern die richtigen. „Das Ziel muss sein, dass diejenigen Unternehmen kommen, die einen Beitrag an unser erfolgreiches Ökosystem leisten“, so die Stiftungsratspräsidentin der Greater Zurich Area. „Die Unternehmen müssen zu unserem Wirtschaftsstandort passen.“ stk

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