Laut Trump ist der amerikanische Traum zurück

21. Januar 2020 14:25

Davos - US-Präsident Donald Trump lobt bei seiner Rede zu Beginn des 50. Weltwirtschaftsforums in Davos die Erfolge seiner Regierung in den höchsten Tönen. Das Hauptthema der Konferenz, den Klimawandel, erwähnte er nicht explizit. Auch vom „Geist von Davos“, der auf den Wert multilateraler Verhandlungen setzt, war in seiner Rede nichts zu spüren.

Der amerikanische Präsident Donald Trump war am Dienstag der erste Redner beim 50. Weltwirtschaftsforum (WEF). Im Rahmen der Eröffnungszeremonie hatten Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga und WEF-Gründer Klaus Schwab zuvor drastische Worte für das Hauptthema des diesjährigen WEF, die Gefahren des Klimawandels, gefunden. Die Welt brenne und die Ökonomie dürfe nicht über der Ökologie stehen. In Trumps Rede hingegen kam der Klimawandel explizit nicht vor. 

Jetzt sei dagegen die Zeit für Optimismus, Hoffnung und Freude, sagte er. Die „ewigen Untergangspropheten“ und deren Alarmismus müsse man zurückweisen. Das sei nötig, damit Amerika nicht in die Hände dieser radikalen Sozialisten falle und die Bastion der Freiheit bleibe. Auch seien die Vereinigten Staaten zum ersten Mal unabhängig von Energielieferungen „feindlicher Länder“. Man habe unendliche Erdgasvorkommen, saubere Kohle und Kernkraft der nächsten Generation erschlossen. Wasser und Luft seien so rein wie seit 40 Jahren nicht mehr und wie nirgendwo sonst auf der Welt.

Vor allem ging Trump auf die florierende Wirtschaft seines Landes ein. Amerika erlebe derzeit einen Aufschwung, wie ihn die Welt noch nicht gesehen habe. „Der amerikanische Traum ist zurück: grösser, besser und stärker als je zuvor“, behauptete er. Und: „Es gibt keinen besseren Ort auf Erden als Amerika.“ Das Land sei ein Beispiel für die Welt.

Mit einer Flut von Zahlen legte er die angeblichen Erfolge seiner Regierung dar. Statt der angepeilten 2 Millionen seien jetzt 7 Millionen mehr Menschen in Lohn und Brot. Steuersenkungen und „massive Deregulierungen“ auf allen Ebenen hätten zu „nie dagewesenem Wohlstand" geführt. Seit seinem Amtsantritt seien die Vereinigten Staaten so attraktiv geworden, dass mittlerweile 25 Prozent aller weltweiten Investitionen nach Amerika flössen. Zudem seien schon zahlreiche Handelsverträge gekippt oder neu verhandelt worden. So gingen sie nicht länger auf Kosten Amerikas. Ein solches Gleichgewicht hätten auch die Strafzölle auf chinesische Waren erreicht: „Xi ist für China, ich für Amerika, aber davon abgesehen lieben wir uns.“ Nun stehe auch ein neuer Deal mit Grossbritanniens „wundervollem neuen Premierminister“ an. Entsprechend war vom multilateralen „Geist von Davos“ in dieser Rede nichts zu spüren. Trumps Fazit lautete im Gegenteil: Wenn jede Regierung die eigenen Bürger an die erste Stelle setze, sei das für alle das beste. mm

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